LITTEL - Die Baukosten betragen 35 000 Euro. 19 weitere Sohlabstürze warten noch auf einen Umbau.
Von Werner Fademrecht
LITTEL - Die Korrbäke ist wieder ein gutes Stück naturfreundlicher geworden. Eine neue Sohlgleite zwischen der Ortschaft Littel und dem Tüdick sorgt dafür, dass Fische wie Brasse, Hecht, Barsch oder Rotauge das 16 Kilometer lange Nebengewässer der Lethe besser durchqueren können.Gebaut worden ist die aus Holzpfählen, Natursteinen und Kies bestehende Sohlgleite durch die Hunte-Wasseracht, die ihren Sitz in Huntlosen hat. Es handelt sich um die vierte Sohlgleite, die im Laufe von acht Jahren errichtet worden ist. Das Renaturierungsprojekt wandelt alte Sohlabstürze, die bislang Fischwanderungen und das Ablaichen behindert haben, in Sohlgleiten um. Dabei werden Höhenunterschiede von bis zu einem Meter durch mehrere kleine Staustufen ausgeglichen, die von Fischen leicht durchschwommen werden können.
„Ziel ist es, die biologische Durchgängigkeit des Baches von der Mündung bis zur Quelle wieder herzustellen, um die Vielfalt der heimischen Fischarten zu fördern“, sagt Jürgen Oppermann von der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH), Großenkneten.
Die Baukosten – etwa 35 000 Euro – wurden größtenteils durch Spenden und Fördermittel finanziert. Die Niedersächsische Lottostiftung hat aus Zweckerträgen der Bingo-Lotterie 18 000 Euro gewährt, 3000 Euro stammen aus Mitteln der Umweltstiftung Weser-Ems, die Exxon-Mobil-Produktionsgesellschaft hat weitere 4000 Euro als Spende beigesteuert. Die restlichen 10 000 Euro stammen in Form von Arbeitsleistungen und Planung von der Hunte-Wasseracht. Die BSH-Gruppe Großenkneten hat die Förderanträge gestellt, Träger des Projektes war die BSH in Wardenburg. Seit dem Projektstart im Jahr 1999 sind 138 000 Euro in vier Sohlgleiten geflossen. Das Ziel bestehe darin, 23 Sohlabstürze bis zur Einmündung des Gewässers etwa zwei Kilometer nördlich des Ortskernes von Sage zu Sohlgleiten umzurüsten, bekräftigt der stellvertretende Geschäftsführer der Hunte-Wasseracht, Klaus Kiesekamp. Die Umgestaltung der restlichen fünf Abstürze sei nicht sinnvoll, da das Gewässer an diesen Stellen
häufig austrockne.
Die Korrbäke entspringt südlich der Ortschaft Sage und mündet nördlich von Littel in die Lethe. Das Gewässer besitzt insgesamt 28 Sohlabstürze mit Höhenunterschieden von 0,6 bis 1,0 Meter. Der Großteil besteht aus Betonfertigteilen, die von Fischen nicht zu überwinden sind. Vom Abschluss der Arbeiten in Littel überzeugten sich Folker von Hagen, Vorsitzender der Umweltstiftung Weser-Ems, deren Geschäftsführer Ewald Tewes, der stellvertretende Verbandsvorsteher der Hunte-Wasseracht, Johann Brandes, stellvertretender Geschäftsführer Klaus Kiesekamp, BSH-Vertreter Jürgen Oppermann sowie die beiden Exxon-Mobil-Mitarbeiter Hildegard Radtke und Christoph Uerlich.
Kieselsteine statt Beton
