LöNINGEN - Der Rat der Stadt Löningen hat am Mittwochabend mit den Stimmen der CDU/FDP sowie der Mehrheit aus der SPD den Haushalt für das laufende Jahr beschlossen. Er weist eine Unterdeckung von knapp einer Million Euro aus, und der Schuldenstand wächst weiter. Die Stadt ist mittlerweile mit fast 20 Millionen in der Kreide, und im kommenden Jahr werden es noch mehr sein. Dann allerdings, so der Erste Stadtrat Christian Rüve, soll laut mittelfristigem Finanzplan eine Verbesserung eintreten.

Noch vor der Verabschiedung des Haushaltsentwurfs hatte der Rat die lange Geschichte der Debatten um die Kinderbetreuung in der Stadt um ein Kapitel verlängert. Der in der vorherigen Sitzung beschlossenen Bau einer neuen Kindertagesstätte an der Gelbrinkschule wurde zurückgestellt. Aktuell verfolgt der Rat nun, die beiden bestehenden Kindergärten zu sanieren und zu erweitern. An der Hasestraße sollen statt der großen Tagesstätte ein zweigruppiger Hort sowie eine Gymnastikhalle und eine Mensa für die Gelbrinkschule entstehen.

Für diese Lösung gab es eine Mehrheit quer durch alle politischen Lager. Insbesondere die Opposition gab ihrer Freude Ausdruck, dass sich die CDU/FDP-Gruppe bewegt habe und den Kompromiss zumindest mehrheitlich unterstütze.

Die Sanierung und Erweiterung auf jeweils fünf Gruppen des St.-Marien- und des St.-Vitus-Kindergartens ist mit jeweils 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Das sei günstiger, als der zunächst vorgesehene Neubau, der bis zu einer Million teurer werden könnte, so die Befürworter der neuen Lösung. Jetzt werden zwei Architekturbüros beauftragt zu prüfen, wie die Lösung Kinderhort – Gymnastikhalle – Mensa planerisch und baulich umgesetzt werden kann.

Die hohe Verschuldung der Stadt sei vor allem auf die beiden Straßenbauprojekte zurückzuführen, so Bürgermeister Thomas Städtler. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt mittlerweile bei 1283 Euro. In vergleichbare Kommunen in Niedersachsen liegt sie bei 553 Euro. Löningen liegt somit um 132 Prozent über dem Durchschnitt.


2012 sollen sechs Millionen Euro investiert werden. Allein eine Million fließt in den Erwerb von Flächen für die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe. In die Kinderbetreuung werden in diesem und im kommenden Jahr insgesamt rund drei Millionen Euro investiert. Anfinanziert wird die Umgestaltung der Lindenstraße, die bis 2015 rund 1,5 Millionen Euro kosten wird. Die Sanierung des Wellenbades wird bis zu diesem Zeitpunkt rund 360 000 Euro schlucken.