Löningen/Lorup - Kein leichtes Amt hat der aus Löningen-Meerdorf stammende Landwirt Hermann Möller (58) angetreten. Als Nachfolger von Heinz-Joachim Schmitz (Neubörger) führt er jetzt den Vorstand der Erzeugergemeinschaft (EZG) für Qualitätsvieh Hümmling mit Sitz im nördlich von Werlte liegenden Lorup.

1999 schlossen sich auf dem Hümmling der Beratungsring und die Viehverwertung zu einer neuen Genossenschaft zusammen und bauten 2012 im Loruper Gewerbegebiet ein neues Verwaltungsgebäude für die 20 Mitarbeiter und 25 Fahrer. Heute werden jährlich fast zwei Millionen Tiere – vor allem Schweine – mit einem Wert von 250 Millionen Euro umgesetzt.

Dabei machen die Schweinepreise Sorgen. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaft (VEZG) gibt bundesweit jeden Mittwoch Preisempfehlungen für Schlachtschweine, Sauen, Ferkel und Rinder. Gestern waren es 1,30 Euro/kg für Schlachtschweine. Noch vor gut einem halben Jahr lag der Preis bei 1,81 Euro/kg – 40 Prozent höher.

„Das alles ist eine Katastrophe“, meint der neue EZG-Vorstandsvorsitzende Hermann Möller, der in Löningen und in Rastdorf Schweine mästet. Allein in Löningen sind es 1700 Schweine, dazu Babyferkel. „Ein wirtschaftlicher Schweinemastbetrieb ist bei diesen Preisen und Bedingungen bei weitem nicht möglich“.

Seit 18 Jahren arbeitet Möller führend in der EZG mit: Im Sommer 2000 kam er in den Aufsichtsrat, 2014 dann in den Vorstand. Fast monatlich trifft sich der Vorstand mit der Geschäftsführung. Bernd Terhalle, der Geschäftsführer, gibt einen Bericht über die Verkaufszahlen, die Geschäftsentwicklung und die Zwischenbilanz. Neue Entwicklung auf dem Viehmarkt werden ausführlich besprochen.


Auf 200 Hektar in Löningen baut Möller zusammen mit seinem Bruder Christian, der zudem Hähnchen mästet, Getreide und Stärkekartoffeln für ein niederländisches Unternehmen an. Wie viele Landwirte der Region hat er im Moment Sorgen mit der Umsetzung der sogenannten Gülle-Verordnung. Die Nährstoffbilanz muss vorausschauend bilanziert werden und die Voraussetzungen haben sich verändert, wie Möller anschaulich erklären kann: „Früher durften wir nach maximalem Ertrag düngen, heute spielt der Entzug eine Rolle.“ Also: weniger Erträge – weniger düngen. „Vielleicht müssen eines Tages die Tierzahlen runter“. Dann sieht er aber auch große Probleme für die Region und besonders für den vor- und nachgelagerten Agrarbereich.

Für den „ruinösen“ Schweinepreis nennt Möller viele Ursachen. Der Export nach China sei eingebrochen. Der Euro-Kurs sei gegenüber dem Dollar um 15 Prozent gesackt, was die US-Exporte begünstige. Dazu habe der Verbrauch an Schweinefleisch leicht abgenommen, und die Schlachtzahlen seien im Moment geringer als die Produktion der Schweinemäster.