Löningen - Regenponchos für peruanische Kinder, Futter für die Alpakas ihrer Familien, ein geschütztes Zuhause für brasilianische Straßenkinder: Das alles sind die Herzensanliegen der Eine-Welt-Arbeitsgemeinschaft (AG) am Copernicus-Gymnasium in Löningen. Bei der Schulversammlung hatten die AG-Mitglieder Gelegenheit, ihre Arbeit und ihr Engagement der ganzen Schulgemeinschaft vorzustellen.

Die Kindheit ohne materielle Sorgen verbringen zu können, dabei die Freiheit zu bekommen, sich nach seinen Begabungen und Vorlieben auszuprobieren und auch gefördert zu werden: Dass das tolle Privilegien sind, ist den Mitgliedern der Eine-Welt-AG deutlich bewusst. Deshalb ist es ihnen ein Anliegen, mit ihren Mitteln ein wenig Veränderung bei den Kindern zu bewirken, die nicht so umsorgt aufwachsen können.

Und sie haben einiges erreicht: In den vergangenen zwei Jahren haben die findigen AG-lerinnen bei sehr unterschiedlichen Aktionen insgesamt 1700€ Euro zusammengesammelt. Sei es, dass sie im Schulgarten Äpfel sammelten und daraus 125 Liter Saft pressen ließen oder dass sie am Elternsprechtag selbstgebastelte Sachen verkauften. Oder sie machten Weihnachtskarten mit Bildern der Krippen von Lindern, Lastrup und Löningen und verkauften diese an die Kirchengemeinden. Auch die Schülervertretung spendete Beträge, die sie bei ihren Aktionen gesammelt hatten. Das einträglichste Fundraising-Event allerdings ist der Kuchenverkauf in der großen Pause. „Die Muffins und Fantakuchenstücke gehen wie geschnitten Brot“, so eines der Mädels aus der AG. Daher möchten sie auch auf diesem Wege all den Müttern danken, die morgens die Kuchenplatten angeliefert haben.

Wie den großen Betrag von 1700€ Euro verantwortungsvoll ausgeben? Bei dieser Überlegung kam ihnen eine gemeinsame Aktion des Deutschen Roten Kreuzes und der Deutsche Bank Stiftung gerade recht: Von Schülern gesammelte Spenden wurden durch die Stiftung verdoppelt, um mit diesen Beträgen Katastrophenvorsorge in den peruanischen Anden zu betreiben. Durch den Klimawandel kommt es dort immer häufiger vor, dass die Familien in großer Höhe vom schlechten Wetter überrascht werden: Die Kinder erkranken, es lässt sich kein Futter mehr für die Alpakaherden finden. Mit 500€, von der Stiftung verdoppelt auf 1000 Euro€, beteiligte sich die AG an dieser Aktion.

Ein Projekt für die restlichen 1200€ Euro war schnell gefunden: Bernhard Rosemeyers „Kleiner Nazareno“. Auf der Schulversammlung stellte sich der Löninger Werner Rosemeyer vor, der die Spenden auf deutscher Seite koordiniert. Vor den versammelten Copernicanern berichtete er von Leben und Einsatz seines Bruders in Fortaleza in Brasilien. Gespannt lauschte die Schulgemeinschaft Rosemeyers Erzählungen von dem Einsatz seines Bruders für die alleingelassenen Straßenkinder. Beim anschließenden Überreichen des schweren Geldsacks an ihn war den AG-lerinnen der Stolz auf das Erreichte anzumerken: Geben macht eben doch glücklich.