LöNINGEN - LÖNINGEN/EB - Seit Jahren macht der Einsatz ausländischer Werk- und Saisonarbeitnehmer in der Fleischindustrie immer wieder Schlagzeilen. Dies nimmt die SPD-Bundestagsfraktion zum Anlass, am Montag, 7. Februar, 17 bis 19 Uhr, im Löninger Forum Hasetal der Frage nachzugehen: „Transparenz bei der Produktion von Fleisch – aber wie sieht es mit der Transparenz für die Arbeitsplätze in der Fleischindustrie aus?“ Das Unterlaufen der Vorgaben für die Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern in Deutschland sorge für teilweise menschenunwürdige Zustände und verdränge deutsche Schlachter vom Arbeitsmarkt, meint Gabriele Groneberg, Initiatorin der Diskussionsrunde

Die Prüfung von Missbrauchsfällen bei Werkverträgen in der Fleischindustrie sei für die deutschen Behörden seit der Osterweiterung der Europäische Union noch schwieriger geworden, so die SPD. Obwohl sich die Deutsche Bundesregierung erfolgreich für eine siebenjährige Sperre der freien Arbeitsplatzwahl eingesetzt habe, bleibt der Schlachthofbereich davon unberührt. Hier gilt die Dienstleistungsfreiheit.

In diesem Zusammenhang drängen sich nach Ansicht der Sozialdemokraten zahlreiche Fragen auf: Wie kann der Verdrängungsprozess von deutschen Arbeitnehmern in diesem Bereich gestoppt werden? Wie kann man sicherstellen, dass die ausländischen Arbeitnehmer eine den deutschen Verhältnissen angemessene Entlohnung erhalten und auch der Arbeitsschutz nicht zu kurz kommt? Ist die Arbeit auf einem Schlachthof überhaupt als Dienstleistung zu bezeichnen?

Mit diesen und anderen Problemfeldern setzten sich unter anderem Gerd Andres, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Michael Andritzky von der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss sowie Matthias Brümmer von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten auseinander. Dabei sollen nicht nur die Probleme erörtert, sondern auch Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.