München - Der erzwungene Abgang von Siemens-Chef Peter Löscher wird an den Börsen eher mit Gleichmut aufgenommen. Zwar ging es für die Siemens-Aktie am Montag im frühen Handel zunächst nach oben. Im Lauf des Tages gab sie aber allmählich nach und verlor zum Handelsschluss 0,28 Prozent.

Löscher selbst wehrt sich nicht gegen Rauswurf. Der Noch-Vorstandsvorsitzende ließ am Montag Berichte zurückweisen, er bestehe im Fall seiner Abwahl am Mittwoch auf einem Rücktritt von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme. „Es geht mir ausschließlich um das Wohl von Siemens und der 370 000 Siemensianer, die zurecht stolz auf ihr Unternehmen sind“, sagte Löscher der „Bild“-Zeitung.

Damit macht er den Weg für seinen Nachfolger frei. Der Aufsichtsrat des Konzerns hatte sich am Wochenende auf die vorzeitige Ablösung des Österreichers geeinigt. Aus gut informierten Kreisen wurde berichtet, dass Finanzvorstand Joe Kaeser Löschers Nachfolge übernehmen soll.

Die Schockwellen des Führungsdramas erreichten auch Berlin. Angela Merkel (CDU) wünscht sich ein Ende der Turbulenzen. Aus Sicht der Kanzlerin sei Siemens ein Flaggschiff der deutschen Wirtschaft, sagte ein Sprecher. „Deshalb ist es ihr wichtig, dass dieses Weltunternehmen wieder in ruhiges Fahrwasser gerät.“ Löscher galt als wichtiger Berater Merkels.