LöWEN/NEW YORK/BREMEN - Mega-Hochzeit auf dem Biermarkt: Der „Beck’s-Mutterkonzern Inbev will für 52 Milliarden Dollar (33 Mrd Euro) den US-Bierkonzern Anheuser-Busch schlucken und zur Nummer eins in der Welt aufsteigen. Darauf hätten sich die Spitzen beider Seiten geeinigt, teilten die Konzerne am Montag in Belgien und USA mit.
Das belgisch-brasilianische Unternehmen Inbev mit Marken wie Beck’s oder Stella Artois und Anheuser-Busch mit Budweiser oder Bud light kommen zusammen auf einen Umsatz von 36,4 Milliarden Dollar und eine Produktion von 460 Millionen Hektolitern. Den beiden Brauriesen gehören insgesamt rund 300 Getränkemarken in aller Welt.
An der Spitze des neuen Brauriesen soll Inbev-Chef Carlos Brito stehen. Die Europäer übernehmen damit die Kontrolle über einen US-Traditionskonzern, dessen Wurzeln mehr als 150 Jahre zurückreichen. Als Zugeständnis soll der Brau-Riese Anheuser-Busch Inbev heißen.
Die Übernahme soll den Plänen zufolge bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Die Konzerne erwarten sich Einsparungen von mindestens 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr, die ab 2011 erreicht sein sollen. Ab dem Jahr 2010 soll der Gewinn des kombinierten Konzerns durch die Effekte der Übernahme steigen.
Die Führung von Anheuser-Busch hatte sich wochenlang gegen die Übernahme gewehrt und Inbevs Angebot von zunächst 65 Dollar je Aktie als zu niedrig bezeichnet. Inbev erhöhte auf 70 Dollar.
Auf dem deutschen Biermarkt ist Inbev (Deutschland-Zentrale: Bremen) mit einem Absatz von rund neun Millionen Hektolitern die Nummer 2 hinter der Oetker-Tochter Radeberger Gruppe. Zu den Inbev-Marken gehören Beck’s, Hasseröder, Franziskaner Weissbier, Diebels, Gilde, Haake-Beck, Löwenbräu und Spaten.
