Hohenböken - Der Frankfurter Kranz von Hilde Loewenstein ist weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Viele Stammgäste kamen in den vergangenen 14 Jahren auch aus dem Umland nach Hohenböken, um die Buttercreme-Torte oder andere Leckereien aus der Küche der 62-Jährigen zu genießen. Nun ist Schluss. Akute Rückenprobleme zwingen Hilde Loewenstein zu handeln: Schweren Herzens haben sie und Ehemann Helmut sich entschlossen, ihr Landcafé zu schließen.
„Meine Frau stand an den Öffnungstagen mindestens zehn Stunden in der Küche“, erklärt Helmut Loewenstein. „Morgens hat sie die Kuchen und Torten zubereitet, nachmittags die Böden für den nächsten Tag gebacken.“ Das lange Stehen fiel Hilde Loewenstein zuletzt so schwer, dass erst Hals über Kopf die Schwiegertochter einspringen musste und das Café voriges Wochenende sogar ganz geschlossen blieb.
„Ich hätte gern noch ein bisschen gebacken“, sagt Hilde Loewenstein wehmütig. Gerade hat das Ehepaar noch eine neue Spülmaschine angeschafft. Angedacht war ein fließender Übergang in den Ruhestand. Besonders vermissen werde sie den Umgang mit „den Mädchen“, sagt Hilde Loewenstein. Junge Frauen aus der Nachbarschaft, Schülerinnen und Studentinnen haben im Service ausgeholfen. „Die haben das ganz toll gemacht“, lobt die Chefin. „Wenn eine mal nicht konnte, hat sie selbst für Vertretung gesorgt.“ Auch der Abschied von lieb gewonnenen Gästen sei schwer, gesteht sie offen. Am schmerzhaftesten sei jedoch die Erkenntnis gewesen, „dass es nicht mehr geht“.
Wie geht es weiter mit dem alten Bauernhaus am Nordenholzer Weg 13, das seit dem 15. April 2000 das Landcafé beherbergte? „Wir würden verpachten“, sagt Helmut Loewenstein, „aber nicht um jeden Preis.“ Die beiden wünschen sich, dass das Café in einem ähnlichen Stil weitergeführt wird wie bisher – wobei ihnen bewusst ist, dass ein neuer Betreiber bestrebt sein werde, eigene Ideen einzubringen. „Es sollte auf jeden Fall ein Café bleiben.“ Frühstück oder kleine Snacks würden sich in der kleinen Küche noch zubereiten lassen – für den Restaurantbetrieb sei sie aber nicht geeignet, meint Loewenstein.
Gäste, die noch einen Gutschein für einen Besuch im Landcafé besitzen, bekommen den Wert ausgezahlt. Sie werden gebeten, sich unter
Hilde Loewenstein will nun erst einmal ihre Schmerzen auskurieren. Sollte sich ein neuer Betreiber für das Café finden, stehe sie – sofern gewünscht – gerne beratend zur Seite, sagt sie, während sie ihren Blick durch das in Eigenregie umgebaute frühere Stallgebäude schweifen lässt. „Es wäre eigentlich schade, das leerstehen zu lassen. . .“
