Oldenburg/Wilhelmshaven/Bremen - Viele Menschen denken beim Stichwort „Logistik“ nur an „Transport von A nach B“, sagt Alina Lüerßen. Doch Transport sei lediglich eine Facette im vielfältigen Berufsfeld der Logistik, das auch viel mit Kundenkommuniaktion und Organisation zu tun habe, berichtet die 21-Jährige, die bei der L.I.T. Speditions GmbH in Brake eine Ausbildung zur „Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen“ absolviert.

Mit drei weiteren jungen Leuten aus der für den Nordwesten wichtigen Logistikbranche machte sie am Donnerstag zum bundesweiten „Tag der Logistik“ bei einer regionalen Aktion der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) auf ihre Motivation, die Berufe und ihre Inhalte aufmerksam.

Vielfach werde ja gar nicht wahrgenommen, welche große Bedeutung die Logistik für den Alltag der Menschen habe, erläuterte der zuständige IHK-Geschäftsführer Felix Jahn den Hintergrund. Sie sorge letztlich auch dafür, dass Konsumprodukte aus aller Welt ihren Weg in die Regale fänden, sie sei in der Metropolregion Bremen/Oldenburg eine der bedeutendsten Branchen und mit reibungslosen Abläufen ein wichtiger Standortfaktor für den Mittelstand in der Region. Hier böten sich bei regionalen Firmen „anspruchsvolle Berufe mit spannenden Aufgaben“. In der Branche werde viel investiert, die Zahl der Arbeitsplätze steige. Leider fänden Unternehmen nicht immer geeignete Bewerber – auch wegen verbreiteter Unwissenheit.

Vier junge Leute wurden nun zum „Tag der Logistik“ quasi zu „Botschaftern“, die Einblicke in die Möglichkeiten gaben:

Auch Alina Lüerßen wusste nach dem Abitur zunächst nicht, was sie nun machen sollte, stieß aber bald auf Logistik und fing an zu recherchieren. Die Anforderungsprofile waren interessant, sagt sie, ebenso die Branchenthemen wie der Jade-Weser-Port. Jetzt in der Ausbildung zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen bei L.I.T. schätzt sie die Vielseitigkeit der Arbeit, Einsatz mit früher Verantwortung in diversen Bereichen und den Wechsel von Praxis und Theorie. Ihr gefällt auch der hohe Anteil der Kommunikation, wenn es um die einzelnen Organisationsstufen einer Logistik-Dienstleistung geht, einschließlich Preisermittlungen, Touren- und Kapazitätsplanungen.

René Herrlau, der bei der Bäko Weser-Ems-Mitte in Oldenburg eine Ausbildung zur „Fachkraft für Lagerlogistik“ macht, hatte in den ersten Monaten bereits mit vielfältigen Aufgaben im Bereich Wareneingang, -ausgang und Frische zu tun. Der 20-Jährige mit Fachhochschulreife hatte sich mit Praktika vorher ein Bild von dem Beruf gemacht. Er könne sich eben nicht vorstellen, den ganzen Tag im Büro zu sitzen. „Ganz wichtig ist mir auch Spaß an der Arbeit“.


Philip Dobel (25) studiert an der Fachhochschule in Elsfleth Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft und arbeitet bereits an der Bachelor-Arbeit zum Thema standortübegreifende Hafenkooperationen. Er hatte nach dem Abi zunächst eine Banklehre in Wilhelmshaven gemacht, wollte dann aber „Teil dieser spannenden Branche“ werden. Da gebe es letztlich auch mit dem Studium viele Möglichkeiten in Häfen, bei Reedereien oder auch etwa in der Logistik für Offshore-Windparks. Aber er will noch den „Master“ dranhängen. Der Studiengang in Elsfleth heißt „Maritime Management“.

Steffen Wille (25) hat gleich zwei Ausbildungen abgeschlossen: Er ist Berufskraftfahrer und Speditionskaufmann bei der PHL Transport-Logistik GmbH in Wardenburg. Diese Kombination bringe „enorme Abwechslung in meinen Arbeitsalltag“.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)