LOHN - Der Biogas-Markt ist nach einer schwierigen Phase wieder angesprungen – und der Anlagenbauer EnviTec Biogas (Lohne/Kreis Vechta) profitiert davon.

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr von stark gedrücktem Niveau aus um 33 Prozent auf 42,7 Millionen Euro, teilte das börsennotierte Unternehmen am Donnerstag mit. „Das erste Halbjahr ist vor dem Hintergrund des Marktumfeldes sowie saisonaler Einflüsse zufriedenstellend verlaufen“, zog Finanzvorstand Jörg Fischer die Zwischenbilanz. „In den kommenden Monaten werden wir bei Umsatz und Ergebnis noch deutlich zulegen.“

Der Grund für diesen Optimismus: Ende Juni verfügte Envitec Biogas über einen Auftragsbestand in Höhe von 226,8 Millionen Euro – ein Rekord in der Firmengeschichte. Allein im zweiten Quartal seien Bestellungen im Wert von 43,7 Millionen. Euro eingegangen.

Umsatzziel für 2009 sind 150 bis 200 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es nur 101 Millionen Euro.

Das erste Halbjahr brachte allerdings rote Zahlen. Das operative Ergebnis (Ebit) lag Ende Juni bei minus 4,8 Millionen Euro – nach minus 1,4 Millionen Euro vor einem Jahr (gesamtes Vorjahr: plus 3,2 Mio.) Dies sei im Wesentlichen auf die höheren Fixkosten in Verbindung mit dem erfolgten Kapazitätsaufbau zurückzuführen. Die Zahl der Mitarbeiter stieg binnen Jahresfrist von 268 auf 377.


Das Interesse an Biogasanlagen sei „im In- und Ausland weiterhin hoch“, heißt es im Zwischenbericht. „Neben Großprojekten zur Gaseinspeisung werden derzeit verstärkt Gespräche mit Landwirten geführt. Die sinkenden Agrarrohstoff- und Milchpreise veranlassen viele, über die Biogasproduktion nachzudenken, um sich ein zweites Standbein aufzubauen.“

Envitec bietet auch Kooperationen beim Betrieb an. Envitec-Vorstandsvorsitzender Olaf von Lehmden: „Wir kümmern uns um die Finanzierung, Errichtung und Wartung der Anlage und der Landwirt um die laufende Biogasproduktion.“ Auch im Ausland werde das Potenzial von Biogas als dezentrale und umweltfreundliche Energiequelle immer mehr erkannt und gefördert. Davon wolle Envitec mit ihrem europaweiten Vertriebsnetz profitieren. Derzeit sind die größten internationalen Absatzmärkte Belgien und Tschechien.

Das Lohner Unternehmen ging 2007 an die Börse. Die meisten Anleger sitzen seither auf Verlusten.

Zwischenbericht im Netz: www.envitec-biogas.de