LOHNE/VECHTA - Eine positive Bilanz nach zehn Jahren Arbeit hat die Kontrollgemeinschaft Deutsches Kalbfleisch (KDK) am Mittwoch in Lohne (Kreis Vechta) gezogen. „Mit umfassenden Kontrollen auf verbotene Substanzen ist es uns gelungen, die Kalbfleischbranche wieder in ein positives Licht zu rücken“, sagte der KDK-Vorsitzende Christoph Hackmann vor etwa 90 Gästen. Die Kontrollgemeinschaft war 1998 als Reaktion auf diverse Lebensmittelskandale vom Bundesverband der Kälbermäster sowie Schlacht- und Zerlegebetrieben gegründet worden. Für Kälber, die bei den Prüfungen nicht beanstandet wurden, vergibt sie entsprechende Zertifikate.

Geschäftsführer Dr. Richard Bröcker zeigte sich zufrieden damit, dass es seit der Gründung des KDK keinen Skandal um Kalbfleisch mehr gegeben hat. Für die Zukunft sieht er die Aufgaben in erster Linie darin, die Zertifizierung stärker als Qualitätsmerkmal zu vermarkten und die Kontrollen stets auf dem aktuellen Stand zu halten: „Der Einsatz von Hormonen ist heute out, stattdessen müssen wir stärker auf den Missbrauch von Medikamenten achten.“

Die freiwillige Eigenkontrolle vermehrt für die Verkaufsförderung zu nutzen, empfahl auch Jan Bahlmann von der Universität Göttingen. Zudem sollten sich die Kälbermäster im Tierschutz engagieren und zusätzlich auf regionales Marketing setzen.

Inzwischen gehören der KDK 180 landwirtschaftliche Betriebe an, die etwa 70 Prozent der deutschen Kalbfleischproduktion abdecken. Vier Schlachtbetriebe vermarkten das zertifizierte Fleisch. Die Zahl der Tiere, die vom Dienstleister SGS Germany getestet wurden, belief sich im vergangenen Jahr auf fast 4500 Tiere.

Im Anschluss an die Jubiläumsveranstaltung der KDK wählte die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Kälbermäster Michael Beneke aus Vechta-Holtrup zum neuen Vorsitzenden. Der 43-jährige Landwirtschaftsmeister führt einen Ausbildungbetrieb mit 2000 Mastplätzen. Heinz Nienhaus, der den Verband die vergangenen zehn Jahre geführt hat, trat aus gesundheitlichen Gründen bei der Wahl nicht wieder an.