Varel - Das Lokale Bündnis für Familie im Landkreis Friesland um Koordinatorin Elke Rohlfs-Jacob hat mit einer Feier im Dienstleistungszentrum des Landkreises in Varel sein zehnjähriges Bestehen begangen.

Die drei Paten der Gründungsveranstaltung vom 29. August 2005, Landrat Sven Ambrosy, MdB Karin Evers-Meyer und IHK-Ehrenpräsident Dr. Karl Harms, freuten sich ebenso über die rasante Entwicklung des Lokalen Bündnis für Familie wie Gastrednerin Petra Mackroth, Abteilungsleiterin „Familie“ im Bundesministerium für Famile, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin.

„Die Lokalen Bündnisse für Familie sind, wie hier in Friesland, eine absolute Erfolgsgeschichte“, sagte Mackroth. Mittlerweile gäbe es bundesweit 670 Projekte dieser Art. Mehr als 13 000 Menschen würden regelmäßig für diese Bündnisse arbeiten, so die Gastrednerin.

„Familienfreundlichkeit bringt Gewinn, nicht nur fürs Herz, sondern es zahlt sich auch aus“, betonte Mackroth. Etwa 29 000 Partnerorganisationen aus allen Bereichen der Gesellschaft, wie beispielsweise Unternehmen, Kommunen, Industrie- und Handelskammern, Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen, Vereine, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Kirchen oder Universitäten, arbeiten mit den Bündnissen zusammen.

„Die partnerschaftliche Komponente des Arbeitslebens ist uns ganz wichtig. Wenn Frauen mehr und Männer weniger arbeiten, steigt bei beiden die Zufriedenheit“, erklärte Mackroth. Damit sich Vater und Mutter um ihre Kinder kümmern könnten, habe man das „Elterngeld plus“ initiiert. „Darauf haben nicht nur die Eltern, sondern auch die Unternehmen gewartet“, sagte Mackroth. Weitere Herausforderungen seien in naher Zukunft die Familienarbeitszeit und die „Kita plus“ – Betreuung rund um die Uhr.


„Wirtschaft und Soziales sind keine Konkurrenz. Die Kinderbetreuung ist ein wichtiger Standortfaktor“, stimmte SPD-Bundestagsabgeordnete Karin Evers-Meyer der Gastrednerin zu.

„Ohne Nachwuchs werden wir alt aussehen. Kindergeschrei ist Musik für die Zukunft“, fasste IHK-Ehrenpräsident Dr. Karl Harms die Wichtigkeit des Lokalen Bündnis für Familie zusammen. Nur das Ergebnis der Arbeit sei wichtig. Man müsse sich von der traditionellen Präsenzkultur hin zur Ergebniskultur wenden, so Harms.

Den Blick in die Zukunft richtete auch Frieslands Landrat Sven Ambrosy. „Wir haben bei uns eine der niedrigsten Frauenerwerbsquoten. Ein Schatz, den es zu heben gilt“, betonte Sven Ambrosy. Zudem wolle man in den nächsten zwei Jahren die Mobilität im ländlichen Raum organisieren, den Breitbandausbau mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 30 Mbit/s auch in den kleinen Gemeinden vorantreiben und sich um medizinisches Netzwerk kümmern.

Um dem lokalen Bündnis für Familie auch Gesichter zu geben, stellten sich die Arbeitskreise Inklusion, Friesland Smiley und Walking-Bus sowie die Partnerunternehmen LzO und Nutzfahrzeugservice Wienken vor.