Berlin/Hannover/Bremen - Der bundesweite Warnstreik der Lokführer wird am Sonnabendmorgen auch Niedersachsen und Bremen treffen. Von dem für sechs bis neun Uhr angekündigten Ausstand sei neben dem Fernverkehr auch die S-Bahn Hannover betroffen, sagte der Bezirkschef Nord der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Hartmut Petersen am Freitag.

Bestreikt werden auch Regionalzüge. Nicht bestreikt werden DB-Mitbewerber wie der Metronom oder die Nordwestbahn, allerdings könnten die Strecken, auf denen diese Mitbewerber unterwegs sind, durchaus betroffen sein. Die Nordwestbahn betreibt auch die S-Bahn Bremen. Betroffen ist auch der Güterverkehr mit den Rangierbahnhöfen in Maschen bei Hamburg sowie in Seelze bei Hannover. Die GDL fordert fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Arbeitszeit pro Woche.

Der mächtigen Gewerkschaft droht allerdings Ungemach: In den kommenden Tagen will die Bundesregierung Möglichkeiten beraten, wie vorgeschrieben werden kann, dass nur die Mehrheitsgewerkschaft in einem Betrieb für Tarifverträge zuständig ist. Der Einfluss kleinerer Berufsgewerkschaften wie von Piloten oder Lokführern soll so vermindert werden.

Betroffen wären wohl auch die Krankenhausärzte. Ein neues Gutachten im Auftrag ihrer Gewerkschaft „Marburger Bund“ kommt zu dem Ergebnis, dass eine gesetzlich auferlegte Tarifeinheit ein tiefer Eingriff in die Grundrechte wäre. Beschnitten würde die grundgesetzlich garantierte Koalitionsfreiheit für Arbeitnehmer mit dem Arbeitskampf als Herzstück, sagte der Autor, der ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio, am Freitag in Berlin.