Cloppenburg - Erste Vorschläge für die künftige Nutzung des Bruns-Geländes an der Eisenbahnstraße hat am Mittwochabend der aus Cloppenburg stammende Architekt Professor Dr. Peter Arnke (Berlin) dem städtischen Planungs- und Umweltausschuss vorgestellt. Auf rund 2,4 Hektar sollen zehn dreigeschossige Stadtvillen mit insgesamt 110 Wohneinheiten, eine Reihenhausbebauung mit elf Wohneinheiten (im Bereich der Sudendorfschen Lagerhallen) sowie ein Altenpflege- und Wohnheim entstehen.
Wie berichtet, will der Cloppenburger Landmaschinenhändler Bruns nach rund 65 Jahren seinen Stamm- und Gründungssitz auf das Spitzer-Geländer im Industriegebiet Emstekerfeld verlegen. Auf 5,7 Hektar möchte das – inzwischen an neun Standorten 16 Mitarbeiter und 40 Azubis beschäftigende – Unternehmen 2015 eine neue Firmenzentrale beziehen.
Der vor allem im Bereich des Lokschuppens mit Altölen und ähnlichen Stoffen kontaminierte Boden – so Arnke – solle entweder versiegelt oder abgetragen werden. Auch die von der benachbarten Bahnstrecke ausgehenden Lärmemissionen seien in den Griff zu bekommen. In diesem Zusammenhang erklärte Planungsamtsleiter Hermann Asbree, dass die Strecke Oldenburg – Osnabrück nicht von einem erhöhten Güterverkehrsaufkommen vom Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven betroffen sei.
Das neue Wohnquartier solle – so Arnke – mittels einer trapezförmigen oder einer dreieckigen Ringstraße erschlossen werden. Aus dieser Planung folgten zwei attraktive Sichtachsen – einmal von der Schulstraße und einmal von der Eisenbahnstraße mit direktem Blick auf den denkmalgeschützten Lokschuppen. Dieser – so der 57-Jährige – solle künftig als Eingangs- und Begegnungsbereich für das geplante Alten- und Pflegeheim genutzt werden. Investoren hätten bereits ihr Interesse signalisiert.
Ausschuss-Vorsitzender Dr. Lucien Olivier (CDU) mahnte, nicht alle Wohneinheiten im hochpreisigen Segment entstehen zu lassen. Mieten von zehn Euro und mehr pro Quadratmeter ließen sich in Cloppenburg schlecht realisieren.
Ratsherr Rolf Bornemann (SPD) regte daraufhin an, einen Teil des Geländes dem sozialen Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. Bedenken dagegen hatte Planungsamtsleiter Asbree. Das Gelände müsse mit einem erheblichen Kostenaufwand saniert werden. Und auch der Abriss der bestehenden Gebäude sowie der Umzug seien nicht billig. Die Vermarktung des Geländes müsse für Bruns deshalb attraktiv sein. „Man muss schon sehr gut rechnen können, um das alles unter einen Hut zu bringen.“
Auf Nachfrage von Ratsherr Karl Kleier sprach Architekt Arnke von einem Gesamtkonzept, es sei aber auch denkbar, dass die Stadtvillen individuell vermarktet würden. Die Architektur müsse aber ein homogenes Gesamtbild ergeben, warf Asbree ein.
Unterdessen möchte Peter Hackmann (SPD), dass die Stadt einen kleinen Teil des Geländes zum Bahnhof hin erwirbt, um zusätzliche Parkplätze zu schaffen. Das dürfte wohl kein Problem werden. Bruns-Geschäftsführer Walter Bruns hatte bereits Anfang November 2013 sein Entgegenkommen signalisiert.
Am Ende der Diskussion billigten die 13 Ausschussmitglieder einstimmig die Entwürfe zur Flächennutzungsplanänderung und zum Bebauungsplan „Eisenbahnstraße/Quartier Lokschuppen“. Nun können die Öffentlichkeit und die Behörden frühzeitig beteiligt werden.
