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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Internet: Jagd auf Streaming-König Netflix

23.01.2020

Los Gatos /München Starker Jahresabschluss, ungewisser Ausblick: Der Streaming-Marktführer Netflix hat sich im vierten Quartal dank Serien- und Filmhits wie „The Witcher“ oder „The Irishman“ überraschend gut geschlagen. Die große Herausforderung beginnt mit dem Angriff finanzstarker Kontrahenten wie dem Hollywood-Giganten Walt Disney oder dem iPhone-Riesen Apple aber gerade erst. Auf dem US-Heimatmarkt macht sich der starke Wettbewerb bereits bemerkbar – plötzlich bläst eine ganze Reihe neuer Rivalen zur Jagd auf Netflix.

Im Brief an die Aktionäre gibt Netflix sich kämpferisch. „Wir haben einen großen Vorsprung beim Streaming und werden darauf aufbauen, indem wir uns auf das konzen­trieren, auf das wir uns die letzten 22 Jahre konzentriert haben – unsere Kunden zufriedenzustellen“. Doch Finanzchef Spencer Neumann räumte ein, dass es angesichts des verschärften Konkurrenzkampfes und der vergleichsweise hohen Preise von Netflix bereits eine etwas erhöhte Abwanderungsrate von Kunden gegeben habe.

Insgesamt laufen die Geschäfte bislang aber noch sehr rund: Im Schlussquartal hat Netflix überraschend viele neue Kunden angelockt. Die Anzahl der Bezahlabos stieg in den drei Monaten bis Ende Dezember weltweit um 8,8 Millionen, wie der Online-Videodienst jetzt mitteilte. Damit übertraf Netflix die eigene Prognose und auch die Markterwartungen. Ende 2019 brachte es das Unternehmen auf gut 167 Millionen bezahlte Mitgliedschaften.

Allerdings tut sich Netflix im US-Heimatmarkt weiter schwer. Hier kamen im vierten Quartal nur 423 000 Abo-Kunden hinzu – deutlich weniger als angenommen.

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Dass Netflix sich auf wachstumsschwächere Zeiten einstellt, macht der Ausblick auf das laufende Vierteljahr deutlich. Die Firma stellt einen globalen Zuwachs von sieben Millionen Kunden in Aussicht – deutlich weniger als von Analysten erwartet. Das Problem: Der US-Markt ist inzwischen relativ übersättigt. Hinzu kommt, dass neue Konkurrenten wie Disney, Apple, Viacom oder Comcast, aber auch etablierte Rivalen wie Amazon oder Hulu Netflix mit ihren Streaming-Services preislich unterbieten.

Walt Disney hatte erst am Dienstag bekanntgegeben, seinen Streamingdienst in Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern am 24. März und damit eine Woche vor dem ursprünglich geplanten Datum zu starten. In technischer Hinsicht sei man vor dem Zeitplan, deshalb ziehe man den Start vor, teilte Disney mit. Disney zeigt in seinem Dienst eigene Inhalte mit den Marken Disney, Pixar, Marvel, Star Wars und National Geographic. Darüber hinaus soll es ausschließlich für Disney+ produzierte Spielfilme, Dokus und Serien geben.

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