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Wirtschaftsförderung Lotsin durch Zuschuss-Labyrinth

Wildeshausen/Landkreis - „Immer wenn sich eine Tür öffnete, habe ich die Chance genutzt“, sagt Christine Gronemeyer. Die 28-jährige Wirtschaftsgeografin hatte im Rahmen ihres Studiums 2014 ein dreimonatiges Praktikum bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Oldenburg (WLO) absolviert. Später wurde daraus ein Zeitvertrag. Als sie ihren Master in der Tasche hatte, fragte WLO-Geschäftsführer Hans-Werner Aschoff prompt, ob sie nicht bleiben wolle. Gern sagte die junge Frau zu.

Ehrung der Landschaft

Unternehmerisches Denken kennt Christine Gronemeyer von klein auf: Ihre Eltern führen einen landwirtschaftlichen Betrieb in Schwaförden (Landkreis Diepholz). Dort packt sie, sofern es der Beruf zulässt, oft und gern mit an. Mit Schwester Anne teilt sie sich die Reitpferde. Gronemeyer hat in Greifswald und in Bremen Politik und Wirtschaft studiert. Für ihre Master-Arbeit zum Thema „Innovationsmanagement. Analyse der Zusammenarbeit von kleinen und mittleren Unternehmen im Landkreis Oldenburg mit Wissenseinrichtungen und Wege zur Intensivierung des Wissenstransfers“ wurde sie vor einem Jahr sogar von der Oldenburgischen Landschaft ausgezeichnet. Auch ein Auslandssemester an der Uni Wien, wo sie ursprünglich promovieren wollte, gehört zu ihrer Biografie.

Ihre Arbeit bei der WLO vergleicht Gronemeyer am liebsten mit der einer Lotsin: Sie berät Existenzgründer und bestehende Unternehmen bei der Akquise von Fördermitteln auf Landes-, Bundes- oder EU-Ebene. „Viele gründen eine Firma nicht, weil sie es nötig haben, sondern weil sie es wollen“, erzählt die WLO-Beraterin. Die Qualität im Landkreis sei hoch – die Bandbreite ebenso. So begleitet Gronemeyer einen Filmproduzenten ebenso wie eine Logopädin, die sich aufs Therapeutische Reiten spezialisiert hat. Bei der Beratungstätigkeit kooperiere die WLO eng mit anderen Einrichtungen – darunter der Existenzgründungs-Agentur für Frauen (EFA) oder dem Verein „Alt hilft Jung“. Allein in der Gründungsberatung führe sie 20 bis 30 Gespräche pro Woche: vom kurzen Telefonat bis zur mehrstündigen Auskunft.

Tipps zu Innovationen

Weiterhin organisiert Gronemeyer die Veranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft Mittelständischer Unternehmer und versteht sich als Bindeglied zur Innovationsberatung der Kammern. Auch die „Erfinder-Sprechtage“ stehen auf ihrer Agenda. Bei Abwesenheit Aschoffs vertritt sie ihn nach innen. Die 28-Jährige lobt die flachen Hierarchien und das angenehme Arbeitsklima: „Ein tolles Team, klein und sehr engagiert!“ Die WLO sei sehr innovativ. Und das Besondere ihres Jobs? „Wir machen hier viele unterschiedliche Sachen. Unsere Arbeit wird insgesamt sehr positiv wahrgenommen.“

In Wildeshausen ist die junge Frau auch privat längst angekommen: Gronemeyer, die Flöte und Klavier spielt, ist Vorsitzende des Freundeskreises der Musikschule des Landkreises Oldenburg. Außerdem ist sie das jüngste Mitglied des Rotary-Clubs Wildeshausen.


Ihren heutigen Chef hat sie übrigens vor vielen Jahren bei den Landtagen Nord kennengelernt. Als studentische Hilfskraft beim Niedersächsischen Kompetenzzentrum Ernährungswirtschaft (NieKE) war sie an einem Messestand in Wüsting aktiv und hatte mit Aschoff über die Möglichkeit eines Praktikums gesprochen. Daraus wurde viel mehr.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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