LOY - Es knatterte und ratterte und tuckerte auf der großen Wiese am Ziegenweg in Loy, das eigene Wort war nicht mehr zu verstehen. Aber darum ging es auch nicht. Stehen und Staunen war angesagt beim ersten Dreschfest der Loyer Treckerfreunde am Sonntag.

Staunen darüber, wie schwer die Arbeit vor rund 80 Jahren war, bedenkt man, dass heutzutage meist nur eine Person nötig ist, um den Mähdrescher flott über die Felder zu lenken. Die alte Dreschmaschine des Vereins weckt Erinnerungen. Damals mussten bis zu zehn starke Männer von früh bis spät beim Dreschen helfen. Den Trecker für den Antrieb bereit machen, die Garben bringen und in die Maschine werfen, das fertige Stroh wegschaffen, und die schweren Kornsäcke einlagern. „Die Säcke wogen ungefähr 150 Kilogramm und mussten oft über steile Leitern auf den Dachboden gehievt werden“, erinnert sich Gerd Hots (74), der diese Schufterei selbst noch mitgemacht hatte. „Und gestaubt hat das, meine Güte!“

Früher wurde oft erst im Oktober oder November gedroschen, so dass durch teilweise bereits verdorbenes Getreide gefährlicher Schimmelstaub entstanden sei, vor dem sich die Arbeiter höchstens mit einem Taschentuch zu schützen versuchten. Heute staubt es immer noch. Jedenfalls bei der Vorführung der Treckerfreunde. Allerdings sorgte die plötzlich aus der Maschine gepustete Spreuwolke hier für allgemeine Belustigung.

An Spaß und Freude fehlte es keinem beim Dreschfest. Es war wohl die „Faszination für alte Fahrzeuge und Maschinen“, wie es Hartmut Bunjes (61) ausdrückte, die alle auf der Wiese gemeinsam hatten. Und „die einfache Technik, die begeistert“, so der zweite Vorsitzender des Vereins, Dirk Brumund.

Und natürlich das Geräusch der Motoren. Welchem Mann klingt das „Wupp Wupp Wupp“ eines 1938er Lanz Bulldog nicht wie Musik in den Ohren? Hartmut Bunjes ist von seinem Trecker ganz begeistert. Dieses Modell hat ein offenes Schwungrad an der Seite, um das der Riemen gelegt wird, der die Dreschmaschine antreibt. Damit dieser gut hält, wird er vorher gewachst. Und sobald der Trecker läuft, sich das Schwungrad dreht und der Riemen die alte Maschine in Bewegung setzt, kann gedroschen werden – wie vor 80 Jahren.