LOY - Obwohl der Wald an der Bundesstraße 211 bereits gerodet wurde, denkt die „Initiative gegen das Industriegebiet AK-OL-Nord“ nicht ans Aufgeben. Auf ihrer zweiten Informationsveranstaltung am Donnerstagabend in Loy stellte die Gruppe den Bürgern ihre weitere Strategie vor. Wolf Weber, Landesjustizminister a.D. und Anwalt der Initiative, schätzt die Chancen zur Verhinderung des Industriegebiets als gut ein. „Die Gemeinde muss erst einmal einen rechtskräftigen Bebauungsplan vorlegen. Wir streben daher ein Normenkontrollverfahren an, wollen also Aufschluss darüber haben, ob bei der Planung der Gemeinde alle Normen eingehalten wurden“, erklärte er. „Leider haben wir ja bis heute keine volle Akteneinsicht erhalten, obwohl die Gemeinde schon mehrmals gesagt hat, dass wir alles sehen dürfen“, bedauerte er.

„Deshalb wollen wir die Akteneinsicht jetzt einklagen.“

Verwundert zeigte sich Wolf darüber, dass die Gemeinde bis heute nicht darüber informiert hat, welche Firmen sich für den Bau eines Industriegebiets interessieren. „Da haben wir noch viele Fragen. Es wurde bisher nur gesagt, dass es Anfragen gab“, so der Anwalt. „Viele Bürger wollen ja einfach nur wissen: Was kommt dahin?“ Das bestätigte Roland Wendler aus Ipwege. „Ich finde, die Politik plant hier gegen den Willen der Bevölkerung. Dabei hätte gegen eine behutsame Erweiterung des Gewerbegebietes keiner etwas gehabt“, sagte er. Martina Muhr, Sprecherin der Initiative, setzt auf das Engagement der Bürger. „Wir hoffen, dass viele mitmachen“, sagte sie. „Unsere einzige Möglichkeit, den Bebauungsplan zu verhindern, ist die Normenkontrollklage. Die werden wir vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg einreichen. Dafür haben wir zwei Jahre nach Veröffentlichung des Bebauungsplans Zeit, also bis September 2010“, so Muhr. Im Moment laufe dafür noch ein Rechtsgutachten.