Loy - „Es funktioniert nur, wenn man das Virus geschluckt hat“, erzählt Beate Krieger. Gemeint ist das Oldtimer-Virus, das sie mit den Loyer Treckerfreunden verbindet. Über ihre zwei Söhne und ihren Mann entdeckte auch sie die Leidenschaft für alte und nostalgische Trecker, Unimogs und Landmaschinen. Seit 2007 geht diese Passion sogar so weit, dass sie gemeinsam mit ihren drei Männern auch regelmäßig im Bauwagen an Treffen in der Szene teilnimmt.
Eine solche Zusammenkunft richten die Loyer Treckerfreunde zum achten Mal an diesem Wochenende auf dem Acker an der Ringstraße/Ecke Schwarzer Weg aus.
Tolle Gemeinschaft
„Die Gemeinschaft ist toll. Und die Trecker sind noch richtige Trecker, man erlebt die Natur noch mit. Es macht einfach Spaß, auf ihnen zu sitzen“, erläutert Petra Brumund, deren Mann Dirk als erster Vorsitzender des Vereins während der Aufbauarbeiten auf dem Feld in Loy den Hut aufhat.
Am Montag wurde mit den ersten Vorarbeiten begonnen, seit Mittwoch wird das Zelt aufgebaut, Verzehrwagen aufgestellt, Paletten ausgelegt und alles für die Gäste vorbereitet. „Wir haben hier eine Wühlfläche, auf der sich die Fahrer austoben können. Am Samstag ist außerdem eine gemeinsame Ausfahrt geplant“, erläutert der erste Vorsitzende die Höhepunkte des Spektakels.
Anreisetag sei bereits Freitag. „Der Gäste kommen aus einem Umkreis von etwa 60 Kilometer“, schätzt der zweite Vorsitzende der Treckerfreunde, Hermann Braun. „In den vergangen Jahren hatten wir immer um die 100 Bauwagen und Wohnwagen hier stehen.“ Jeder sei eingeladen, seine alten Trecker in Loy zu präsentieren. Viele Teilnehmer kommen laut Brumund aus Ostfriesland, Leer, Vielstedt oder Jaderberg – man kennt sich eben. Wie gut besucht das Treffen in diesem Jahr ist, entscheide das Wetter. Und natürlich freut sich der Verein, der die Zusammenkunft alle zwei Jahre organisiert, über viele Tagesbesucher.
„Wir freuen uns auf ein schönes, gemütliches Oldtimer-Treffen“, so Brumund. Er selbst ist mit der damals noch modernen, heute schon nostalgisch anmutenden Technik der Landmaschinen groß geworden. Seither hat ihn die Leidenschaft für Traktoren, Unimogs oder sonstige Geräte nicht losgelassen. „Es ist auch das Restaurieren und die Lust an der alten Technik.“ Ähnlich ist es auch bei Hermann Braun. Auch ihn lässt die Faszination Oldtimer seit den Kindertagen nicht mehr los. „Vor allem bei den vielen älteren Herrschaften kommen dann bei den Treffen Erinnerungen wieder.“
Trecker aus 1938
Circa 120 Mitglieder umfassen die Loyer Treckerfreunde, rund 20 Aktive helfen beim Aufbau in Loy mit. So auch Hartmut Bunjes, der mit seinem Lanz Bulldog aus dem Jahr 1938 eines der ältesten Modelle fährt. „Es gefällt mir gut, dass wir die Maschinen, die unsere Vorfahren vor 50 Jahren genutzt haben, auch heute noch so in Ordnung halten, dass wir sie nutzen. Viele alte Landmaschinen stehen ja im Museum und fahren gar nicht mehr“, erläutert Bunjes die Leidenschaft für die alten Gefährte. Seit 20 Jahren besitzt er den Ackerschlepper, nach dem Kauf musste er nach eigenen Angaben vieles erst wieder herrichten. „Wir bereiten die Trecker nur mit Original-Teilen wieder auf“, erläutert erster Vorsitzender Brumund.
Das Treffen auf dem etwa drei Hektar großen Acker wird nur durch den Verkauf von Getränken und Speisen finanziert. Die Zusammenkunft ist dabei für die gesamte Familie gedacht – so wie auch bei den Treckerfreunden von groß bis klein alle vertreten sind. „Von Schulkindern bis zum Senior sind alle Altersgruppen dabei. Und auch viele Frauen sind mit im Verein. Ohne Frauen wären wir, nicht nur bei den Aufbauarbeiten, absolut aufgeschmissen“, erklärt Brumund. Bis zum Auftakt muss noch das Zelt eingeräumt werden, auch einige Wasseranschlüsse sind noch zu legen. Dann können die Freunde nostalgischer Gefährte in Loy Einzug halten.
