Frankfurt/Bremen - Die meisten Lufthansa-Jets blieben wegen des Pilotenstreiks auch am Donnerstag in ihren Park-Positionen rund um den Globus: Am zweiten Tag des Streiks hatten sich die zerstrittenen Tarifparteien nicht angenähert. Wie schon am Tag zuvor blieb es am Donnerstag an den deutschen Flughäfen ruhig, weil die meisten Passagiere rechtzeitig von den Flugabsagen gehört hatten. In Bremen hieß es gar, es sei „erschreckend ruhig“.

Auch an diesem Freitag werden laut Streik-Flugplan bis 23.59 Uhr erneut Hunderte Flüge ausfallen. Fieberhaft wird zugleich die Wiederaufnahme des Normalbetriebes am Sonnabend vorbereitet.

Die Fluggesellschaft musste nach eigenen Angaben keine weiteren Flüge streichen über die abgesagten 3800 Verbindungen hinaus. 425 000 Gäste seien betroffen.

Seit Mittwoch herrscht nur noch Minimalbetrieb: Mit rund 190 freiwilligen Piloten inklusive rund 100 Managern mit Pilotenschein hielt die Airline rund 10 Prozent des üblichen Angebots aufrecht.

Eine Annäherung gab es am Donnerstag nicht. Man warte weiterhin auf ein neues Gesprächsangebot seitens der Lufthansa, hieß es bei „Cockpit“ (VC). Das Unternehmen erwartet hingegen nach Angaben einer Sprecherin Erläuterungen, wie die von der VC vorgeschlagene Deckelung der Kosten für die Übergangsrenten ausgestaltet werden könnte. Bei VC hieß es dazu, dass Lufthansa bei den vorerst letzten Gesprächen Kostendeckel noch als nicht verhandelbar zurückgewiesen habe. In Firmenkreisen wird über den Einsatz eines Moderators nachgedacht.


Die Piloten haben zugesagt, von weiteren Ausständen in den Osterferien abzusehen. Lufthansa-Sprecherin Barbara Schädler nannte im Interview das Ferienende als konkreten Termin: „Bis zum Ende der Osterferien in Deutschland am 2. Mai ist noch Zeit da, und ich hoffe sehr, dass wir da weiterkommen.“

Unterdessen trifft der Streik auch den Flughafen Bremen massiv. Man gehe von Einnahme-Einbußen im sechsstelligen Bereich aus, sagte Airport-Sprecher Florian Kruse. Allein 40 000 Euro würden ausgefallene Start- und Landesgebühren von Lufthansa ausmachen. Hinzu kämen Einnahmen aus dem Parken oder im Terminal aus Cafés und Presse-Verkauf.