Berlin/Frankfurt - Die Lufthansa hat mit der Einigung beim Bodenpersonal einen ihrer komplexen Tarifkonflikte aus dem Weg geräumt. Ob die Neureglung der betrieblichen Altersversorgung für die rund 33 000 Beschäftigten am Boden Signalwirkung für den zähen Streit mit den Gewerkschaften des fliegenden Personals haben wird, ist aber offen.
Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo und die Vereinigung Cockpit (VC) halten sich bisher zurück und wollen die Vereinbarung zwischen Verdi und Lufthansa erstmal genau anschauen. Am 2. Dezember treffen sich die Gewerkschaften mit dem Konzern zu einem Job-Gipfel. Ob die VC teilnimmt, ist noch nicht entschieden. Ufo und Verdi kommen.
Einfacher wird der eher geräuschlose Abschluss am Boden die eigenen Tarifverhandlungen von Ufo und VC aber nicht gemacht haben. Die Lufthansa hat dafür ein Ziel erreicht. Denn neben einer zweistufigen Gehaltserhöhung plus Einmalzahlung verständigten sich beide Seiten auch beim Thema betriebliche Altersversorgung – ein Thema, das auch bei den Piloten und dem Kabinenpersonal den Tarifstreit bestimmt. „Vor einer endgültigen Bewertung müssen wir das erstmal im Detail prüfen“, sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies am Sonntag. Unerwartet sei der Zeitpunkt kurz vor dem Job-Gipfel. „Das hat uns verwundert.“
Lufthansa und Verdi hatten nach vergleichsweise geräuschlosen Verhandlungen am Sonnabend den Abschluss verkündet. Für die Beschäftigten am Boden gibt es mehr Geld. Alle Beschäftigten der sogenannten Bodendienste bei Lufthansa und den Töchtern Lufthansa-Systems, der Lufthansa-Service GmbH (LSG), der Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo bekommen für die Monate April bis Dezember einmalig 2250 Euro. Daneben wird die Bezahlung zum 1. Januar 2016 und zum 1. Januar 2017 um je 2,2 Prozent angehoben.
Verdi sieht den Job-Gipfel ohnehin getrennt von allen Verhandlungen. Bei dem Treffen gehe es darum, zu erörtern, wie die Beschäftigten angesichts des Umbaus der Lufthansa mitgenommen werden könnten, hieß es.
