Frankfurt - Die Flugbegleiter der Lufthansa wollen Streiks verlässlich ankündigen. Passagiere könnten mit einer Vorwarnzeit von bis zu sieben Stunden rechnen, sagte der Tarifvorstand der Kabinengewerkschaft Ufo, Olaf Bödecker, am Mittwoch.
Frühstmöglicher Termin ist laut Gewerkschaftschef Nicoley Baublies der Donnerstag. „Es kann noch ein, zwei Tage dauern, es kann auch morgen losgehen“, erklärte er.
Bei Lufthansa und den Flughäfen laufen die Vorbereitungen auf Ausstände der Stewards und Stewardessen auf Hochtouren. Bereits die unbestimmte Ankündigung habe Passagiere verunsichert, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Es gebe üblicherweise Umbuchungen oder Stornierungen, die sie nicht beziffern könne.
Ufo plant zunächst an einzelnen Standorten in Deutschland Arbeitsniederlegungen, die wegen der Vernetzung des Flugverkehrs schnell andernorts Auswirkungen haben könnten. Die Ufo-Verantwortlichen rechnen mit dem Einsatz von Streikbrechern. „Lufthansa wird sich wahrscheinlich im europäischen Ausland umsehen“, sagte Bödecker.
Intern gebe es einen starken Zuspruch für den Streik: „Alle sind hochmotiviert und warten auf den Startschuss.“ Lufthansa soll ein verbessertes Angebot vorlegen, verlangte Baublies. „Sollte das nicht passieren, haben wir auch flächendeckende und dauerhafte Streiks in der Schublade.“
Der Lufthansa stehen zumindest theoretisch noch rechtliche Schritte offen. „Eine Einstweilige Verfügung müsste sich gegen die Verhältnismäßigkeit des Arbeitskampfes richten“, sagte die Frankfurter Tarifrechtlerin Amelie Bernardi. Für die Gerichte sei es allerdings in der geltenden Rechtslage sehr schwierig, die Auswirkungen eines Streiks abzuschätzen.
