Betrifft:
„140 000 Euro mehr als geplant“ (NWZ vom 27. Juni)In diesen Tagen ist in der Presse vom Friesoyther Stadtjubiläum viel zu lesen, fast genau so viel wie vor einem Jahr. Nur diesmal fehlen mir die dazugehörigen Bilder der Verantwortlichen, ja selbst Namen werden nicht mehr genannt. Unser Bürgermeister, vor dessen Antlitz man ansonsten in der Tagespresse selten verschont bleibt, versteckt sich anscheinend hinter dem Begriff „die Verwaltung“. (...)Der Bürgermeister sammelt 30 000 Euro, um die junge Bevölkerung mit dem PR-Gag T-Shirt-Aktion zu würdigen. (...) Er hätte dieses Geld besser den Fördervereinen der Kindergärten und Schulen überlassen sollen, die ansonsten wegen jedem Euro bei der Stadt betteln gehen müssen. Diese ehrenamtlich Tätigen hätten die Gelder sinnvoller eingesetzt. (...) Überhaupt das Ehrenamt: Wenn die Ortschaften und Vereine der Gemeinde Friesoythe ihre Jubiläen feiern, gibt die Stadt Friesoythe einen kleinen festen Betrag. Damit wird das Fest geplant – und wenn Gelder fehlen, geht man von Haus zu Haus und sammelt diese, wobei man gleichzeitig in Erfahrung bringt wie hoch die Akzeptanz in der Bevölkerung ist. Dieses fällt den zuständigen Ehrenamtlichen sicherlich nicht immer leicht. Waren sich die zuständigen Vereine (Heimatverein Friesoythe) für das Stadtjubiläum zu fein, um Geld zu sammeln oder wußten sie, dass die Zustimmung der Mehrheit für ein so übertriebenes Fest nicht vorhanden war? (...)
Politiker aus den umliegenden Gemeinden machen sich schon lange über Friesoythe lustig. Man hört Sätze wie: Macht ihr eure Kultur, wir schaffen Arbeitsplätze. Dazu passt, dass das Forum am Hansaplatz inzwischen in der Bevölkerung den Zweitnamen „Fabians Vereinsheim“ trägt. Die Kanzlerin kam nicht nach Friesoythe, weil man ihr zeigen wollte, was den Landkreis stark macht, und nicht das Gegenteil.
Geldverschlingende Prestigeobjekte wie der Tropenpark werden totgeschwiegen. Entwicklungswillige Betriebe lässt man z.B. in die Ortschaft Hilkenbrook abwandern, abgeworben von einem ehemaligen Bediensteten der Stadt Friesoythe. So entstanden dort mehrere hundert Arbeitsplätze. Die entwicklungswillige Landwirtschaft wird mit allen Mitteln bekämpft, obwohl man weiß, dass gewerbliche Agrarbetriebe in einigen Jahren eine Haupteinnahmequelle bei der Gewerbesteuer der Stadt Friesoythe sein werden. Herr Bürgermeister! Machen Sie das, wofür Sie bezahlt werden und machen Sie es richtig!
Heinz OlligesGehlenberg
