In einem Buch fand Egon Budde diesen Satz: „Wenn sich alle Käfer dieser Welt gegen uns verbünden würden, hätte der Mensch keine Chance mehr.“ Dieses Schreckensszenario ist glücklicherweise utopisch. Dennoch hat Egon Budde beruflich oft mit Insekten in der Überzahl zu tun – er ist selbstständiger Schädlingsbekämpfer. Gebürtig stammt der 60-Jährige aus Nord-Hessen, genauer gesagt Vernawahlshausen. Nach der Schule machte er eine Lehre zum Kraftfahrzeugmechaniker und arbeitete fünf Jahre lang in einer Werkstatt. Dann zog er 1966 mit seiner Familie nach Delmenhorst.
Für zwölf Jahre verpflichtete sich Budde bei der Bundeswehr und kümmerte sich um die Reparatur und Wartung der Fahrzeuge.
Jedes Quartal kam damals ein Schädlingsbekämpfer aus Oldenburg in die Kaserne, um dort nach dem Rechten zu schauen. „Eines Tages wurde ich auserkoren, den Herrn im Gebäude herumzuführen“, erinnert sich Budde. „Wir kamen ins Gespräch. Der Familienbetrieb suchte eine neue Arbeitskraft.“ Da entschied sich Egon Budde für eine Umschulung und durfte sich ab 1980 schließlich „geprüfter Schädlingsbekämpfer“ nennen.
Fünfzehn Jahre lang arbeitete Budde beim englischen Dienstleistungsunternehmen „Rentokil“ – bis er sich in Bookholzberg selbstständig machte. Auch heute noch hat er große Freude an seinem Beruf. „Allzu zimperlich darf man nicht sein“, erzählt er und berichtet von Begegnungen mit Ratten, Flöhen, Ameisen, Wespen, Hornissen und Kakerlaken. Den verheirateten Vater zweier Kinder scheint so leicht nichts aus der Ruhe zu bringen. „Die Ratten sind mir schon mal unter den Füßen weggelaufen oder haben mir über die Schulter geguckt“, so der begeisterte Leichtathlet und Bookholzberger Schütze. Ein Höhepunkt seiner bisherigen Karriere war für ihn zweifellos die zweiwöchige Kreuzfahrt auf der „Maxim Gorki“. „Nachts habe ich gearbeitet und am Tag entspannt.“ daz
Egon Budde
Schädlingsbekämpfer
