Wiesbaden/Oldenburg - Nach einem Rückschlag zu Jahresbeginn haben die deutschen Exporteure im Februar wieder mehr Waren in alle Welt geliefert. Die Ausfuhren kletterten gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,9 Prozent auf 95,7 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Die Importe stiegen weniger schnell um 0,8 Prozent auf 76,5 Milliarden Euro. „Die deutschen Exporte wachsen weiterhin auf solidem Niveau“, sagte Anton F. Börner, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA.
Experten rechnen damit, dass die deutschen Exporteure auch wegen des schwachen Euro 2015 auf ein weiteres Rekordjahr zusteuern. Der BGA hatte für dieses Jahr ein Ausfuhrplus von 4,5 Prozent vorausgesagt.
Im Februar lieferten die Exporteure insbesondere in Länder außerhalb der Eurozone deutlich mehr Waren „made in Germany“. Das dürfte auch am gesunkenen Eurokurs liegen, betonte ING-Diba-Ökonom Carsten Brzeski: „Der schwächere Euro ist das ermutigendste Signal für die deutsche Industrie.“
Die Exporteure setzen in den kommenden Monaten insbesondere auf eine positive Geschäftsentwicklung mit den USA und auch mit China, erklärte Börner. Das leichte Schwächeln Chinas dürfe nicht überbewertet werden.
Felix Jahn, Sprecher International des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertags (NIHK), wertete den Trend auch als positives Zeichen für die niedersächsische Wirtschaft. „Der Außenhandel bleibt für die hiesigen Unternehmen ein Wachstumstreiber“, sagte der Diplom-Betriebswirt, der auch Geschäftsführer der Oldenburgischen IHK ist. Anhand der aktuellen Werte sei auch ersichtlich, dass Niedersachsen im weltweiten Wettbewerb sehr gut aufgestellt sei, bilanzierte Jahn.
