Edewecht - Sie spielen mit den Mädchen und Jungen, treiben mit ihnen Sport, bauen Sandburgen, sie trösten, wenn es nötig ist, sie geben Anregungen für Aktivitäten, sie vermitteln den Kindern auf vielerlei Weise Wissenswertes über das Leben, sie unterstützen die Drei- bis Sechsjährigen in deren geistiger, sozialer und körperlicher Entwicklung und kümmern sich um deren Wohlergehen, sie tauschen sich mit den Eltern aus und sind Ansprechpartner bei kleinen und großen Kindersorgen: Andreas Munke und Julian Sebastiany sind die männlichen Vorbilder, die Mädchen und Jungen aus der Kindertagesstätte Edewecht im Doppelpack bekommen.
„Dass man in einem Team gleich zwei männliche Kollegen hat, ist leider noch nicht alltäglich. Ich freue mich sehr, dass auch zwei Männer, die die gleichen Aufgaben wie unsere Erzieherinnen haben, zum Team gehören“, sagt Heike Barenbrügge, Leiterin der Edewechter Kindertagesstätte. Sie würde sich wünschen, dass sich noch mehr Männer für den Beruf des Erziehers entschieden.
Erzieher werden – das will der 19-jährige Julian Sebastiany. „Ich habe in einer Bäckerei, in einer Küche und in einer Behinderten-Einrichtung Schulpraktika absolviert und festgestellt, dass ich am liebsten mit Menschen arbeite“, so der junge Edewechter, der ein Praktikum in der Kita absolviert.
„Es macht mir ungeheuren Spaß, mit Kindern zu arbeiten, zu sehen, wie sie sich entwickeln“, berichtet Julian, der als Kind selbst die Edewechter Kita besuchte und von deren früherer Leiterin, Hedwig Janßen, in seiner Berufswahl bestärkt wurde. Nun will der junge Mann eine Ausbildung zum Sozialassistenten und zum Erzieher machen.
Als Erzieher tätig war Andreas Munke bereits, als der 45-jährige im Juli 2013 zur Kita Edewecht wechselte. Der Edewechter, selbst Vater zweier Kinder im Alter von 12 und 14 Jahren, arbeitete zuvor mit Jugendlichen. Nach seiner 12-jährigen Bundeswehrzeit hatte sich der gebürtige Zwischenahner zum Erzieher ausbilden lassen, „ein Beruf, der besser bezahlt werden müsste“, so Munke.
Mit Jugendlichen zu arbeiten, sei ganz anders, als mit Vorschulkindern, so der Edewechter. Wenn man in Jugendeinrichtungen tätig sei, beinhalte das eine lockere Tagesstruktur, Schichtdienst und regelmäßigen Wochenenddienst. Jugendliche in Einrichtungen zu betreuen und zu erziehen sei deshalb nicht einfach, weil man wenig Lob, sondern viel Kritik und Anmache erführe. Die Kita-Kinder indes seien sehr freundlich, leicht zu begeistern und obendrein habe man einen festen Tagesablauf, keinen Schichtdienst, keine Wochenendarbeit und einen geregelten Feierabend. Das sei ihm auch als Vater wichtig.
Erzieher in der Kita – das ist auch für Kinder zunächst etwas Besonderes: „Dass man nicht als Papa für einen Tag im Kindergarten ist, sondern regelmäßig kommt, war anfangs für die Kinder überraschend, heute ist es für sie normal.“
