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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Mafia wäscht Geld mit Windkraft

20.11.2013

Aurich /Hamburg /Osnabrück Morgens um 9 Uhr stand beim Windanlagenbauer Enercon plötzlich die Polizei vor der Tür: Im Zuge einer bundesweiten Razzia durchsuchten Fahnder am Dienstag Geschäftsräume des Konzerns in Aurich, Remels und Bremen. Der Vorwurf: Mit 48 Enercon-Anlagen in einem süditalienischen Windpark wurden Mafia-Millionen gewaschen.

Enercon-Sprecher Felix Rehwald bestätigte die Durchsuchungen gegenüber der NWZ , betonte aber: „Das Ermittlungsverfahren richtet sich nicht gegen die Enercon GmbH, ihre Geschäftsführung oder Mitarbeiter.“ Ermittelt werde gegen einen Kunden des Auricher Unternehmens.

Wie Alexander Retemeyer von der zuständigen Staatsanwaltschaft in Osnabrück mitteilte, geht es um die Finanzierung eines Windparks in der italienischen Stadt Crotone, der vermutlich von der Mafia gebaut wurde. Der Park wurde im Sommer 2012 von der Antimafia-Staatsanwaltschaft im italienischen Catanzaro beschlagnahmt.

Weil der Windpark wohl von einer Firma mit Sitz im emsländischen Twist geplant wurde, gehen seit Februar 2013 auch deutsche Behörden dem Fall nach. „Die Beschuldigten stehen im Verdacht, mittels ihrer Firmen in Deutschland, Italien, San Marino und der Schweiz inkriminierte Gelder einer ’Ndrangheta-Gruppierung gewaschen zu haben“, sagte Staatsanwalt Retemeyer.

Insgesamt betraf die Großrazzia am Dienstag laut Retemeyer 20 Objekte in ganz Deutschland, mehr als 200 Beamte waren im Einsatz. Durchsucht wurden auch Büros der HSH Nordbank in Kiel und Hamburg. Die Landesbank hatte Kredite in Höhe von 225 Millionen Euro für den Windparkbau zur Verfügung gestellt. Auch hier erklärte ein Sprecher: „Die Ermittlungen richten sich nicht gegen die HSH.“

Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
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