MAIBUSCH - Maibusch, das klingt wie Frühling – irgendwie nach hellgrünen Blättern und Osterglocken. Gut, noch sprießen in der Gemeinde Hude erst die Knospen an den Bäumen – auch in Maibusch. Aber in wenigen Wochen wird das Dorf seinem Namen gerecht werden. Den hat es nämlich den vielen Birken zu verdanken, die im Mai mit hellgrüner Laubkrone im Moor stehen.

Viele Menschen leben nicht in Maibusch – rund 150, schätzt Bezirksvorsteherin Ute Bulling. Diese Übersichtlichkeit hat ihre Vorteile: „Hier kennt jeder jeden“, sagt die 49-Jährige. „Das ist besser, als wenn man sich in der Nachbarschaft überhaupt nicht kennt.“ Und es schweißt zusammen. Die Dorfgemeinschaft unternimmt viel gemeinsam, der Zusammenhalt zeichnet Maibusch aus.

Erst in der vergangenen Woche hat sich die Dorfgemeinschaft zusammengesetzt und die Planung für 2011 auf die Beine gestellt: die Müllsammelaktion am 9. April, das Osterfeuer bei Rippen am 23. April, das Maibaumsetzen in der Woche danach oder das Laternenlaufen im Herbst und die Kohlfahrt. „Es wird viel für den Ort getan“, sagt Bulling und ergänzt: „Jeder hilft jedem.“

Die Landwirtschaft dominiert das geschäftliche Leben in Maibusch – etwa zehn landwirtschaftliche Betriebe gebe es noch, sagt die Bezirksvorsteherin. Dazu kämen unter anderem ein Stellmacher und Tischler, ein Zimmerer, ein kleiner Hof-Laden, ein Geschäft für Floristik und Pflanzen und ein Standort der EWE. Was fehlt, ist die eigene Dorfgaststätte – diese Rolle hat dafür der Gasthof „Menkens“ in Hude übernommen.

Weit ist das nicht – kaum hat der Besucher das Huder Ortsschild an der Parkstraße hinter sich gelassen und fährt Richtung Norden, ist er schon in Maibusch. Und fast ebenso schnell, nach knapp drei Kilometern, ist er schon in Neuenkoop und damit auf Berner Gemeindegebiet.

Diese Lage zwischen den Grenzen prägt das Vereinsleben: Sowohl der Neuen­ko­o­per Frauen- als auch der Seniorenkreis haben Maibusch­er auf ihren Mitgliederlisten. „Da sind wir irgendwie mit nach Neuenkoop rübergerutscht“, sagt Ute Bulling und lacht. Ihr Schwiegervater Karl Bulling zum Beispiel ist selbst im Vorstand des Seniorenclubs aktiv. Und der Vorsitzende vom Landvolkverband Hude-Vielstedt, Heino Rippen, kommt ebenfalls aus Maibusch.

Nicht weit hinter der Huder Grenze, an der Maibusch­er Straße, steht auch das Denkmal des Dorfes – der große Steinbrocken mit dem eingravierten „Maibusch 2000“. In dem Jahr feierte das Dorf sein 350-jähriges Bestehen. Ursprünglich errichtet wurde der Stein schon eher – 1950, kurz nach der Feier zum 300-jährigen Bestehen. Damals galt das gleiche wie heute: Alle packen gemeinsam an. Das liest sich auch in der Chronik: Mit einem geliehenen Ackerwagen transportierten sie den großen Findling zu seinem neuen Standort. „Die Maibusch­er waren“, steht in der Schrift, „ganz auf Eigenleistung bedacht, deshalb zogen sie den Wagen mit dem geschmückten Stein selbst.“