Hude/Hurrel - „Ein bisschen Flickerei statt Grundsanierung ist in meinen Augen völliger Unsinn“, schimpfte Helmut Braun aus Hurrel in der Einwohnerfragestunde des Ausschusses für Gemeindeentwicklung. Die Hurreler warten seit Jahren auf die Sanierung der desolaten Pirschstraße in ihrem Dorf. Doch immer wieder wurden sie vertröstet. Und auch jetzt zeichnete sich ab, dass die Straße nur notdürftig mit geringem Aufwand geflickt werden sollte. Das hatte die Verwaltung in Absprache mit dem Zweckverband Kommunalservice Nordwest vorgeschlagen.
Geld in die Hand nehmen
Die Hurreler seien entrüstet, sagte Braun. Der Außenbereich werde abgehängt. „Nehmt mal bitte ein bisschen mehr Geld in die Hand“, forderte er unter dem Beifall mehrerer Hurreler Bürger in der Sitzung. Viele Straßen im Außenbereich seien in einem miserablen Zustand.
Die Straßen seien auch für den Tourismus wichtig. Zurzeit würden die Radfahrer „von Loch zu Loch“ fahren. Auch das Argument, dass die Landwirte die Straßen kaputtfahren, relativiert sich laut Braun. Nach 40 Jahren, in denen kaum etwas gemacht worden sei, sei das die ganz normale Abnutzung.
Der Grund für den Unmut der Hurreler: Seit Jahren wird die Sanierung der Pirschstraße gefordert. Die Gemeinde hatte für rund 1000 Meter (von insgesamt 2,6 km) zuletzt 142 000 Euro im Haushalt 2015 veranschlagt. Weil aber die 2012 beantragten Fördermittel aus dem Programm „Profil“ (fast 60 000 Euro) endgültig abgelehnt wurden, war man auf die Idee gekommen, die Pirschstraße in ihren schlechtesten Bereichen nur notdürftig für 23 000 Euro aus dem Unterhaltungstopf instandzusetzen. Aus dem dann zur Verfügung stehenden Haushaltsrest von 832 000 Euro sollten schon mal 47 000 Euro in die Sanierung des Kleinen Klosterweges in Hude gesteckt werden. Das führte zu Diskussionen.
Nach zehn Jahren des Ankündigens einer Straßensanierung müssten endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden, sagte Carsten Möhlenbrock (CDU). „Nachhaltigkeit sollte unsere Devise sein“, wandte sich Marlies Pape (FDP) gegen Flickschusterei auf dem Pirschweg.
Dietrich Fischbeck vom Zweckverband wies darauf hin, dass es verschiedene Methoden gebe: Oberflächenbehandlung, Dünnschicht oder die aufwendigere Deckschicht. Mit 83 000 Euro könne man die Pirschstraße nicht komplett mit teurer Deckschicht sanieren. Mit einem Mix aus drei Verfahren, je nach Zustand, sei aber etwas Vernünftiges für 20 Jahre zu schaffen, so Fischbeck.
Noch in diesem Jahr
Das biete die Chance, die Pirschstraße noch in diesem Jahr komplett erledigen zu können, fand Hermann Dunkler-Gronwald (Grüne).
Einstimmig einigten sich die Ausschussmitglieder darauf, die Pirschstraße noch 2016 in dem Mix verschiedener Verfahren zu sanieren. Der Zweckverband soll noch einmal detaillierter aufzeigen, wo er welche Verfahren einsetzen wolle. Und wenn es am Ende ein paar Euro mehr koste, sollte das auch kein Problem sein, meinte Friedrich Schnabel (CDU).
