Vier Jahrzehnte lang haben Harry Sanders und seine Frau Alma als Landwirte gearbeitet: von 1953 bis 1960 in Kötermoor, anschließend bis 1992 in Mitteldeich. Da konnten sie auch im wohlverdienten Ruhestand nicht einfach auf Nichtstun umschalten. „Man muss ja was zu tun haben“, sagt der Stollhammer – und seine Frau nickt dazu.

Doch kopfüber in Aktivität gestürzt haben sie sich auch nicht. Die Dinge haben sich langsam entwickelt. 1993 zogen sie in ihr Haus an der Hauptstraße. Drei Jahre später ließen sie sich von Magda Kattau überreden, doch mal in die Gemeinschaftsrunde zu kommen, der die älteren Mitglieder der Kirchengemeinde angehören. Beim Herumsitzen in geselliger Runde blieb es nicht: Harry Sanders brachte für die Treffen Stühle in den Saal des Gemeindehauses, Alma Sanders half in der Küche.

Ebenfalls 1996 wurde Harry Sanders von Otto Schoster für den Sozialverband VdK angeworben. Wie es der Zufall wollte, übernahm er in beiden Organisationen fünf Jahre später die Leitung. Im Januar 2001 übertrug Pfarrer Joachim Tönjes ihm und seiner Alma die Leitung der Gemeinschaftsrunde und wenig später übergab ihm Otto Schoster den Vorsitz des gerade mit Seefeld fusionierenden VdK.

„Die Arbeit ist sehr ähnlich“, erzählt der 74-Jährige. Hinzu kommt, dass er es in beiden Gruppen weitgehend mit denselben Menschen zu tun hat – meistens Mitbürgern im Rentenalter, die sich über Kontakte und gemeinsame Unternehmungen mit alten Bekannten freuen. „Unsere Bustouren sind immer ausgebucht – und wir müssen immer größere Busse bestellen“, freut sich Harry Sanders. Gerade sind er und seine zwei Jahre jüngere Frau damit beschäftigt, für das Diakonische Werk bei der Vorbereitung des Seniorennachmittags am 28. April in der Stollhammer Turnhalle zu helfen und für Anfang Juni eine Bustour der Gemeinschaftsrunde durch Butjadingen vorzubereiten.

Gemeinschaftsrunde und VdK geht es nicht viel anders als anderen Vereinen: Die Aktiven werden immer älter, und Jüngere – in diesem Fall Leute unter 75 – kommen oft nur, wenn etwas Besonderes geboten wird. Doch das ficht Harry und Alma Sanders nicht an. Sie leisten ihren Beitrag dazu, dass Stollhamm ein lebendiges Dorf bleibt.bi


Harry Sanders

Aktiver Rentner