MANSIE - Beinah unbemerkt von der Öffentlichkeit haben sich mit dem Jahreswechsel bei der Müllentsorgung im Landkreis Ammerland einige Neuerungen ergeben. Wie berichtet, gab es einen Firmenwechsel bei der Problemstoffentsorgung und der Abfuhr der Gelben Säcke. Es gab aber auch einen Betreiberwechsel bei der mechanischen Abfallbehandlung auf der Deponie in Mansie. Nachdem die alten Verträge mit der EWE ausgelaufen waren, hatte sich der Landkreis entschlossen, diesen Bereich federführend selbst zu betreiben.

„Viele Bürger denken, der Müll wird so auf dem Berg ausgekippt. Dabei wird alles sortiert und aufbereitet. Eingebaut wird am Ende nur erdartiges Deponat“, erläutert Deponieleiter Klaus Hobbiebrunken den Ablauf. Etwa 88 Prozent des gesamten Abfalls wird, wie die Jahresstatistik zeigt, verwertet.

In der umgebauten ehemaligen Komposthalle werden die Müllberge aus den Landkreisen Ammerland und Oldenburg – rund 160 Tonnen pro Arbeitstag – umgewälzt. Der Greifarm eines Baggers hebt den Abfall in die Zerkleinerungsanlage, per Förderband wird dieser weitertransportiert, der wertvolle Metallschrott aussortiert und der verbliebene Müll in einer Siebtrommel in grobe und feine Teile sortiert. Während der grobe, energiereiche Müll verbrannt und so weiter genutzt werden kann, bringt man den feinen zunächst zur Vorbehandlung nach Großefehn. Dieser Müll kommt zurück und wird mit weiteren vorbehandelten Abfällen aus der Stadt Oldenburg und dem Landkreis Aurich in der Deponie eingebaut, alles in allem rund 100 Tonnen pro Arbeitstag. „Viele fragen sich, warum wir fremden Müll bei uns deponieren. Dadurch können wir aber unsere Müllgebühren so günstig gestalten“, erläutert Michael Hauschke, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises Ammerland, den Hintergrund.

Die Deponie sei ein großer Umschlagplatz in Sachen Müll, und die Fahrzeuge von mehreren Entsorgungsunternehmen seien hier unterwegs. So werde beispielsweise der Biomüll nach Sandstedt zur Weiterverarbeitung gebracht und das Ast- und Strauchwerk künftig nach Wiesmoor. Damit sind mit dem Jahreswechsel in Mansie die Zeiten der Eigenkompostierung endgültig vorbei. Das ist auch der Grund, weshalb im neuen Jahr kein Kompost mehr ausgegeben werden kann. Von diesem Service hatten in der Vergangenheit viele Bürger Gebrauch gemacht und allein im vergangenen Jahr 3300 Tonnen Kompost mit nach Hause genommen.

Kerstin Schumann
Kerstin Schumann Redaktion Westerstede