Bremen/Elsfleth - Die Schifffahrtskrise und der Schrumpfkurs bei der Handelsflotte trüben die Zukunftsperspektiven für den deutschen Seefahrer-Nachwuchs. Ob Kapitäne, Lotsen oder Schiffsmechaniker – viele maritime Berufsstände sehen sich in schwerem Fahrwasser. Deutsches Personal sei nicht mehr so nachgefragt, und die Absolventen hätten es schwer, einen Job zu finden, sagte der Dekan des Fachbereiches Seefahrt und Logistik an der Jade-Hochschule in Elsfleth, Ralf Wandelt.
Nach Angaben des Verbandes der Deutschen Reeder (VDR) sind derzeit nur noch 6000 deutsche Seeleute auf deutschen Schiffen im internationalen Seeverkehr tätig. Die Zahl der unter deutscher Flagge international fahrenden Schiffe liege bei rund 200, sagte VDR-Geschäftsführer Dirk Max Johns am Dienstag beim 10. Bremer Schifffahrtskongress. Er rechnet damit, dass es in Zukunft noch weniger Personal an Bord gibt, dafür aber mehr maritimes Fachpersonal an Land.
„Die Lage in der deutschen Seeschifffahrt ist schwierig. Das zeigt sich auch am Rückgang der Studierendenzahlen bei maritimen Studiengängen“, sagte Iven Krämer von der Bremer Hafenbehörde.
