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Landesvereinigung Marketing-Manager für Milch

Klaus-Peter Jordan

Oldenburg/Hannover - Wenn Kristine Kindler über Milch spricht, ist sie kaum zu bremsen. Ein Tag ohne das „weiße Gold der Ernährung“ ist bei ihr nicht vorstellbar – und das schon seit der Geburt. Ihren Diplom-Ingenieur-Titel hat sie natürlich in Milch- und Molkereiwirtschaft gemacht. Ihr Berufsleben hat sie mit mehr als 30 Jahren bei der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) verbracht. Seit zwölf Jahren ist sie dort in der Geschäftsführung. Und E-Mails beendet Kindler gern „mit Kuh-len Grüßen“.

Milch strak kontrolliert

Was sie an der LVN so begeistert? „Dass sich die Vielseitigkeit des Produkts Milch auf die Vielseitigkeit der Arbeit in der Landesvereinigung übertragen lässt.“ Entstanden sind die Landesvereinigungen der Milchwirtschaft Hannover-Braunschweig und Oldenburg, die 1973 zu „Niedersachsen“ fusionierten, 1949. „Hauptaufgabe in der damaligen Mangelzeit war es, dass die Menschen in den Städten gut mit Milch, Butter und Käse versorgt wurden“, weiß Kindler. Außerdem galt es, die Milchgüte zu verbessern. Milch sei heute das am besten untersuchte Lebensmittel; die Milch jedes Milchlieferanten werde siebzehn Mal pro Monat kontrolliert. Finanziert wird die LVN natürlich durch die Milch: die Molkereien überweisen der LVN 0,0613 Cent pro Kilogramm angelieferter Milch.

In den neunziger Jahren gab es mit dem Futtermittelmonitoring und den organisatorischen Maßnahmen des Qualitätsmanagements Milch (QM-Milch) weitere Aufgaben. Ein immer stärkeres Standbein der LVN wird in dieser Zeit die Öffentlichkeitsarbeit. Schon immer sei man in die Schulen gegangen (subventionierte Schulmilch gibt es in Niedersachsen seit 1978). Milch gehört für Kristine Kindler zu einem Pausenfrühstück einfach dazu. „Hier erreichen wir auch die Verbraucher von morgen.“ Und die danken es – mit gemalten Bildern, Briefen und nicht zuletzt Kuh-Witzen.

Milch ist weiblich

Nur 22 Mitarbeiter zählt die LVN in ihren Geschäftsstellen in Oldenburg und Hannover – übrigens überwiegend Frauen. „Milch ist weiblich“, kommentiert Kindler dies kurz und knapp. Sie halten Vorträge und organisieren die Teilnahme an Ausstellungen. Auch die Schulung von Fachverkäuferinnen für die Käsetheke in Supermärkten gehört beispielsweise zu ihren Aufgaben. „Wir haben schon mehr als 20 000 Personen geschult, Käsetheken attraktiver zu gestalten und so wenig Verschnitt wie möglich beim Käseaufschnitt zu erzeugen“, berichtet Kindler.

Eine „echte Erfolgsgeschichte“ sei der Aufbau der Melkhuis in Niedersachsen, die von der LVN betreut werden. Rund 70 Häuser an 13 Routen gibt es derzeit, wo von etwa April bis Anfang Oktober Milchprodukte angeboten werden, meist von milcherzeugenden Betrieben. Und einmal im Jahr im Herbst verleiht die LVN seit 2001 die „Goldene Olga“ an den besten milchverarbeitenden Betrieb Niedersachsens. „Mit diesem Wettbewerb wollen wir der Öffentlichkeit zeigen, dass Landwirte modern arbeiten und gut ausgebildet sind“, erklärt Kindler. Neben einer Trophäe – eine goldene Kuh – gibt es für den Sieger 3500 Euro Futtergeld. Dieses Jahr ging die „Goldene Olga“ an Cara und Sven Klingemann aus Neustadt-Schneeren in der Nähe von Hannover. Und die besten 20 Wettbewerbsteilnehmer erhalten ein Hofschild.


Große Familie

Was Kristine Kindler noch so an ihrer Arbeit begeistert: „Dass ich bei unseren Aktivitäten im Lande auf viele interessante und nette Menschen treffe.“ Die Förderung der Akzeptanz der niedersächsischen Milch in der Gesellschaft ist für die LVN-Geschäftsführerin längst nicht mehr nur eine Aufgabe. „Milch ist für mich eine Familie“, sagt sie – mit über 11 000 Milcherzeugern und rund 742 000 Milchkühen eine ziemlich große.

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