Jever - Im Bereich Tourismus hat die Stadt Jever zurzeit eine ganze Reihe von Baustellen, die dringend einer Klärung bedürfen: Die künftige Struktur der Jever Marketing und Tourismus GmbH, der Neubau des Johann-Ahlers-Hauses, der Fremdenverkehrsbeitrag und die Leerstände in der Stadt.
Und ein neuer Bürgermeister muss auch noch gewählt werden, der möglicherweise ab November alles richten soll, was in Sachen Tourismus derzeit im Argen liegt.
Eigentlich wollte die SPD bei ihrer Mitgliederversammlung am Donnerstagabend „nur“ ihre Vorstellungen zur künftigen Struktur der Tourist-Info und des Stadtmarketings klären.
Drei Bereiche gab SPD-Vorsitzender Frank Kourim vor: Wie soll künftig die Geschäftsführung aussehen, welche Potenziale stecken in einer engeren touristischen Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen, wie kann die Dienstleistung der Tourist-Info verbessert werden?
Für die SPD-Fraktion im Stadtrat machte Dieter Janßen klar, dass „die Stabsstelle Marketing und Tourismus wieder ins Rathaus“ geholt werden müsse.
Festhalten an GmbH
Die SPD will nach bisherigem Stand der Beratungen nicht an der Geschäftsform GmbH rütteln. Allerdings könnte sie sich vorstellen, die Zusammensetzung der Gesellschafterversammlung dahingehend zu verändern, dass Jevers Geschäftsleute mehr Mitsprache erhalten.
Diese Vorstellung teilt auch SPD-Bürgermeisterkandidat Frank Schnieder: „Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, um sich mit allen Beteiligten an einen Tisch zu setzen und einen neuen Anfang zu machen.“ Das Marketing und die Stadt hätten seit der Gründung der GmbH im Jahr 2003 eher nebeneinander als miteinander gearbeitet, so Schnieder.
In der Vergangenheit sei viel Vertrauen verspielt worden, insbesondere der im Tourismus tätigen Betriebe in der Stadt. „Es fehlt in der Stadt an Vertrauen und Kommunikation“, darüber waren sich wohl alle SPD-Mitglieder einig.
Kritik von Hoteliers
Auch die anwesenden Wirte Andreas und Oliver Jache sowie Ute Posern äußerten deutliche Kritik an der bisherigen Zusammenarbeit zwischen Stadtmarketing und Unternehmern. Zugleich räumten sie aber durchaus ein, dass die Wirte über das Tagesgeschäft diesen Problemen nicht genügend Beachtung geschenkt hätten.
Mit der Einführung der Fremdenverkehrsabgabe sei das Fass nun übergelaufen. So lange nicht absehbar sei, wie das Stadtmarketing künftig aufgestellt sei, könnten sie auch nicht erkennen, welchen Nutzen dieses für die Betriebe erbringe, betonten sie.
Wie berichtet, wird die Jever Marketing und Tourismus GmbH zurzeit nur von einem ehrenamtlichen Geschäftsführer geleitet. Diese Lösung soll so lange Bestand haben, bis die neue Struktur des Stadtmarketings feststeht.
Zudem hatte die Stadt eine Analyse der Organisationsstruktur des Stadtmarketings erstellen lassen, die Grundlage der Beratung über neue Strukturen sein soll. Unter anderem wird geprüft, ob die GmbH aufgelöst und das Marketing an die Stadtverwaltung angegliedert werden kann.
