Hannover/Oldenburg - Lässig winkt Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) aus dem offenen Fenster des Elektromobils seine Ministerriege herbei: Testfahrt. Ob Sportflitzer, Familienkutsche, wendiges Gefährt oder eine Mini-Kiste für Zwei – auf der Hannover Messe präsentiert die Autoindustrie die Mobilität der Zukunft in Deutschlands Autoland Nummer 1. Verkehrsminister Olaf Lies (SPD/Sande) kündigt dazu passend eine große Werbe-Kampagne für die nächsten Monate an: Eine Sieben-Städte-Tour durch Niedersachsen – mit Station in Oldenburg am 11. und 12. Juli – „damit Elektroautos auch bei uns den Durchbruch schaffen“. Die Landesregierung will Fahrt aufnehmen bei E-Autos, um Produzenten und Zulieferern in Niedersachsen einen Schub zu geben für einen der wichtigsten Zukunftsmärkte.

Messebesucher staunen über das Angebot. Neugierige aus Asien prüfen mit Kenneraugen jedes Detail. Besonders den ausgestellten Sportwagen. „Schauen sie noch oder kopieren sie schon“, fragt jemand. Großes Schmunzeln.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Lies will anderen nicht den Vortritt lassen bei der Elektromobilität. „Wir wollen Leitmarkt und Leitanbieter sein“, betont Lies, dem das Thema als Elektroingenieur „besonders am Herzen liegt“. Dabei müssen nicht immer nur Vernunftargumente gelten. „Das Fahren macht Spaß“, versichert Lies, der fast schon leuchtende Augen bei einem E-Motorrad bekommt. „Welch’ ein Drehmoment...“

Doch der Markt braucht Schwung. Niedersachsen will eine Bundesratsinitiative starten, um vereint mit anderen Bundesländern die Bundesregierung zur Zahlung einer Prämie – zwischen 2500 und 5000 Euro – beim Kauf eines neuen E-Autos zu bewegen. Andere Länder machen es längst. „Realistisch“, so Lies, könnte so der Absatz von 50 000 Fahrzeugen gefördert werden. Derzeit gibt es bundesweit 24 000 Elektroautos, 3000 in Niedersachsen. Die Landesregierung ermuntert Behörden und Kommunen, zehn Prozent des Fuhrparks auf E-Mobile umzustellen.