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Stahlindustrie Marode Brücken sorgen für gute Aufträge

Sande - Wenn man sich die vielen maroden Brücken in Deutschland vor Augen führt, wird klar: Da gibt es in den nächsten Jahren viel zu tun. Allein bei der Deutschen Bahn, die rund 26 000 Brücken in Betrieb hat, müssen in den nächsten zwei Jahren 1100 Bauwerke saniert oder gar komplett erneuert werden. „6800 Brücken sind es sogar in den nächsten zehn Jahren“, berichtete Ralf Schoon am Freitag bei dem großen Empfang zur Einweihung der neuen Fertigungshalle der Sander Eisenbau GmbH. Rund zehn Millionen Euro hat der Stuttgarter Mutterkonzern, die Ed. Züblin AG, in den Standort Sande investiert.

Neun neue Tragbrücken

Im Beisein von Vertretern aus Politik und Wirtschaft sowie Geschäftspartnern hat der auf den Bau von Stahlbrücken und Schleusen spezialisierte Betrieb im Sander Industriegebiet die neue Halle offiziell in Betrieb genommen. „Wir haben damit unsere Flächen um mehr als ein Drittel erweitert“, sagte der Geschäftsführer der Sander Eisenbau, Ralf Schubert. „Der Umsatz wächst hoffentlich proportional“, so der Geschäftsführer mit einem Augenzwinkern.

Mit dem an eine ältere Fertigungshalle angesetzten 16 Meter hohen, 75 Meter langen und 46 Meter breiten Neubau ist die Fertigungsfläche auf jetzt 9500 Quadratmeter gewachsen. Neun neue Tragbrücken mit bis zu 60 Tonnen Tragkraft ermöglichen künftig die Fertigung größerer Bauteile mit einem Stückgewicht von bis zu 120 Tonnen.

Schubert zufolge schafft die Hallenerweiterung auch den nötigen Raum für weitere Maschineninvestitionen. Erst Anfang Oktober wurde eine hochmoderne CNC-gesteuerte Brennschneidanlage in Betrieb genommen, berichtete Schubert stolz. Diese Anlage ermögliche autogenes Brennschneiden und Plasmaschneiden von Blechdicken bis zu 200 Millimetern – bei Blechlängen von 25 Metern Länge und 3,5 Metern Breite. Nur vier Wochen später wurde eine neue Strahlanlage in Betrieb genommen. Eine Flanschrichtmaschine, Horizontalbiegemaschine, eine Schlagschere und Rotatoren komplettieren die Modernisierung. Mit der technischen Modernisierung einher gingen Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen und im Gesundheitsschutz.

Kompetenz aus Sande

Christian Dehlinger, Direktionsleiter des 2011 bei der Sander Eisenbau GmbH eingestiegenen Mutterkonzerns Ed. Züblin AG, lobte die fachliche und handwerkliche Kompetenz der Sander Mitarbeiter. Die sei der Grundstock gewesen, auf dem man aufgebaut habe. Diese Kompetenz habe die auf das Projektmanagement spezialisierte Züblin AG nicht mitbringen können. In Sande habe man dann mehr in eine wettbewerbsfähige Infrastruktur investieren müssen als vorgesehen, doch das habe sich gelohnt.


Die Sander Eisenbau, die unter anderem mit der Sanierung der Jachmann- und der Kaiser-Wilhelm-Brücke immer wieder auch in der Region aktiv ist und kürzlich unter anderem für die Stadt Leverkusen den Neubau der Wupperbrücke oder für das Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg das Ober- und Untertor der Schiffsschleuse Klingenberg neugebaut hat, arbeitet aktuell noch am Bau von sieben Fahrbahnbrücken. In den Auftragsbüchern stehen für die nähere Zukunft zudem mehrere Eisenbahnüberführungen.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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