Blexersande - Um eine Wiederholung des Fischsterbens im Seenpark II zu verhindern, will die Stadt Nordenham in Zusammenarbeit mit Anglern und Naturschützen mehrere Maßnahmen ergreifen. Dazu gehören unter anderem ein verbessertes Frühwarnsystem bei Sauerstoffmangel und ein Baumrückschnitt. Vertreter der Stadt, des Fischereivereins Butjadingen und des Naturschutzvereins Nordenham haben sich am Donnerstag getroffen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.
Der Fischereivereinsvorsitzende Helmut Petter bot an, dass die Angler künftig in allen Gewässern des Blexersander Seenpaks regelmäßig die Sauerstoffwerte kontrollieren. Bisher war der See am Sandinger Weg, in dem sich jetzt das Fischsterben ereignet hat, davon ausgenommen, weil es sich dabei nicht um ein Pachtgewässer des Fischereivereins handelt.
Angeln ab September
Wenn die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Wesermarsch grünes Licht gibt, soll in dem See das Angeln erlaubt werden. Jedoch nur im Zeitraum von September bis März. In den anderen Monaten bleibt das Angelverbot bestehen, damit die Flussseeschwalben nicht gestört werden. Der Fischereiverein würde den See auch gerne als Pachtgewässer übernehmen. Dafür ist ebenfalls die Zustimmung des Landkreises erforderlich. Die Stadt Nordenham und der Naturschutzverein haben nach Angaben des Ordnungsamtsleiters Rudolf Müller bereits ihr Einverständnis signalisiert.
Eine wichtige Rolle für die Sauerstoffwerte spielt bei warmen und trockenen Sommerphasen die Frischwasserzufuhr. Daher möchte die Stadt erreichen, dass der Entwässerungsverband Butjadingen in kritischen Phasen verstärkt zuwässert und der Wasserstand in dem See möglichst hoch gehalten wird. In diesem Zusammenhang hat der städtische Bauhof bereits das Ablaufrohr an dem Gewässer in eine erhöhte Position gebracht. Dadurch ist der Wasserspiegel um etwa 20 Zentimeter gestiegen.
Mit einem Rückschnitt der Bäume und Büsche am Südufer will die Stadt bewirken, dass mehr Wind auf das Gewässer kommt und auf diese Weise der Sauerstoffgehalt gesteigert wird. Das Zurechtstutzen der Bäume auf zwei Meter ist auch im Sinne des Naturschutzvereins, weil damit hungrigen Greifvögeln beim Lauern auf den Seeschwalbennachwuchs die Aussichtsplattformen genommen werden. Über die geplante Abholzung muss noch im Umweltausschuss beraten werden, Das gilt auch für den beabsichtigten Rückschnitt von Weiden an einem Gewässer im Seenpark I.
Muscheln aussetzen
Der Naturschutzverein hat sich zudem bereit erklärt, 1000 Euro für die Anschaffung von Teichmuscheln bereitzustellen. Der Fischereiverein prüft noch, ob er sich ebenfalls mit einem Beitrag beteiligt. Teichmuscheln filtern das Wasser und tragen zur Erhöhung der Sauerstoffwerte bei.
