MEDERNS - Hart gearbeitet hat sie ihr ganzes Leben lang – das Lachen hat sie dabei nicht verlernt: Am Sonntag, 30. Oktober, feiert Käte Pahlke, geborene Reiners, ihren 90. Geburtstag.
Geboren und aufgewachsen ist die fröhliche und rüstige Jubilarin in Abbehausen bei Nordenham: Ihr Vater war dort Bäcker. Ihre Mutter starb 1942 an Knochentuberkulose – „damals konnte man nichts dagegen machen, heute wäre die Krankheit heilbar“, sagt Käte Pahlke. Sie blieb nach Volks- und zweijähriger Hauswirtschaftsschule bei ihrem Vater wohnen und arbeitete im Geschäft mit.
1944 lernte sie ihren späteren Mann Erich Pahlke kennen: Er war als Flaksoldat in Abbehausen stationiert. „Er hatte oft Wachdienst am Schlagbaum, aber wie wir uns kennen gelernt haben, weiß ich gar nicht mehr“, berichtet Käte Pahlke. 1945 habe der Oberleutnant dann gesagt, ,Erich, nimm dein Bett und geh zu deiner Braut – der Krieg ist vorbei‘, weiß sie. 1946 heirateten die beiden – in geliehenem Brautkleid und Anzug. „Kuchen hatten wir ja durch die Bäckerei, Fleisch bekamen wir von einer Notschlachtung“, erinnert sich Käte Pahlke.
Es habe ihr sehr weh getan, ihren Vater zu verlassen und mit ihrem Mann nach Moorsee zu ziehen. Dort lebte das junge Paar – anfangs von einer einzigen Kuh: „Ich habe gebuttert und das Pfund für 100 Mark verkauft“, erzählt Käte Pahlke.
Da die Pahlkes immer einen Hof bewirtschaften wollten, meldeten sie sich beim Siedlungsamt. „Zuerst sollten wir ins Moor, aber das haben wir abgelehnt.“ In Moorsee wurden die drei Kinder Günther, Gunda und Gisela geboren. Schließlich konnten die Pahlkes die Hofstelle Popphausen bei Altgarmssiel erwerben. Damals hatten sie bereits 30 Teile Vieh, aber kein Land.
Käte Pahlkes Mann verdingte sich als Torfstecher, um Geld zu verdienen. Ab 1948 lebten die Schwiegereltern Pahlke mit auf dem Hof: Sie waren gegen Kriegsende aus der Umgebung von Königsberg nach Dänemark geflohen und dort interniert.
1978, als Ernst Pahlke in Rente ging, zog das Paar in die alte Schule in Mederns. Das Haus zahlte Käte Pahlke durch ihren Verdienst aus der Vermietung von Gästezimmern und als Putzkraft in der Kaserne Hohenkirchen ab.
Mit ihren Hausgästen habe sie immer sehr schöne Stunden verlebt. „Manche kommen bis heute zu Besuch, wenn sie hier Urlaub machen“, freut sich Käte Pahlke.
Ihren Geburtstag feiert sie mit Kindern, sechs Enkeln und zwei Urenkeln sowie Nachbarn und Freunden.
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