Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Insolvenz beim Ostfriesischen Kurier Mediengruppe SKN in Norden baut Personal ab

Sitz von Verlag und Redaktion der SKN-Medien-Gruppe in Norden

Sitz von Verlag und Redaktion der SKN-Medien-Gruppe in Norden

Aike Sebastian Ruhr/Archiv

Norden/Oldenburg - Bei der in Schieflage geratenen SKN-Medien-Gruppe in Norden ist am 1. Juli bei fünf Gesellschaften das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Das traditionsreiche Druck- und Verlagshaus aus Ostfriesland hatte im März ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angemeldet. Diesem Wunsch sei zum 1. Juli durch das Amtsgericht Aurich entsprochen und die Eigenverwaltung für den Verlag und die vier Tochtergesellschaften angeordnet worden, bestätigte die SKN am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion.

„Der Geschäftsbetrieb läuft in der gesamten Gruppe uneingeschränkt weiter, die Leserinnen und Leser erhalten weiterhin wie gewohnt ihre Zeitung und auch das Anzeigen- sowie das Druckgeschäft gehen weiter wie bisher“, sagte Charlotte Basse, Geschäftsführerin der SKN-Medien-Gruppe. Die Verlagsgruppe gibt unter anderem den „Ostfriesischen Kurier“ und die „Norderneyer Badezeitung“ heraus. Zudem verlegt die Gruppe das „Ostfriesland-Magazin“. Diese würden „in bewährter Weise weiter erscheinen“, hieß es bei SKN.

Anzeigenblatt eingestellt

Das Anzeigenblatt „Norderney Kurier“ sei dagegen zum 1. Juli eingestellt worden. „Trotz unserer Bemühungen konnte es nicht profitabel gemacht werden, sodass eine Einstellung unumgänglich war“, teilte die Gruppe mit. Auch sei aus „Gründen der Kostenoptimierung“ die Geschäftsstelle auf der Insel umgezogen.

Zudem müsse Personal abgebaut werden. Die Druckerei in Emden werde auf zwei Schichten reduziert. „Damit sind die verbleibenden Schichten ausgelastet und der Betrieb kann weiterproduzieren“, sagte Basse. 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei vom Unternehmen der Wechsel in eine Transfergesellschaft angeboten worden – je nach Betriebszugehörigkeit bis zu zehn Monate. Zudem werde es aus rechtlichen Gründen zu neun insolvenzbedingten Kündigungen kommen. „Dieser Schritt ist uns sehr schwer gefallen“, so Basse. Zu den Betroffenen gehört auch Holger Bloem, langjähriger Chefredakteur des „Ostfriesland-Magazins“, wie dieser unserer Zeitung bestätigte, ohne sich im Detail äußern zu wollen. Insgesamt beschäftigten Verlag und Tochtergesellschaften nach SKN-Angaben bei Antragstellung 265 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 184 in Norden und 71 in Emden.

Das Sanierungskonzept sehe vor, die drei Kerngeschäfte Druckerei, Zeitung und Verlag enger zu verzahnen. Spekulationen, wonach die Medien-Gruppe als Ganzes oder in Teilen verkauft werden soll, widersprach Basse: „Veräußerungen sind nicht notwendig und auch nicht geplant.“


Als Grund für die Schieflage nannte die Gruppe die durch den Ukraine-Krieg überproportional gestiegenen Papier- und Energiepreise sowie die fortschreitende Inflation, die zu einem deutlichen Auftragsrückgang in der Druckerei geführt hätten. Unter diesen Faktoren hätten auch die Tageszeitungen gelitten.

Unterstützung durch Sanierungsexperten

Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bedeutet, dass die Leitung des Unternehmens auch während des Sanierungsprozesses in den Händen der Geschäftsführung bleibt. Unterstützung erhält diese dabei durch den gerichtlich bestellten Sachwalter, den Juristen Christian Kaufmann von der Oldenburger Niederlassung der auf Insolvenzen und Sanierungen spezialisierten Gesellschaft Pluta, sowie den Rechtsanwalt und Sanierungsexperten Markus Freitag von der Düsseldorfer Kanzlei AndresPartner. „Die Eigenverwaltung ermöglicht den langfristigen Fortbestand der Unternehmensgruppe im Interesse von Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten sowie Gläubigern sicherzustellen“, sagte Basse. Die Gruppe hatte bereits 2018 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchlaufen.

Die traditionsreiche Druck- und Verlagsgruppe blickt auf eine mehr als 150-jährige Geschichte zurück. 1867 hatte Diedrich Gerhard Soltau den Zeitungsverlag gegründet. Auf Soltau geht das „S“ im Namen der Gruppe zurück. „K“ verweist auf den Ostfriesischen Kurier. „N“ steht für Norden, wo die Gruppe ihren Sitz hat.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
So sieht einer der zehn neuen Operationssäle im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg aus.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS OLDENBURG Mehr Operationen, Jobs und Patienten – EV nimmt zehn neue Operationssäle in Betrieb

Anja Biewald
Oldenburg
Spannender Lesestoff auf über 50 Seiten: Die erste Ausgabe des neuen Magazins „Tatort Nordwesten“ ist ab sofort erhältlich. Als ePaper kostet das Magazin 5,90 Euro.

TRUE-CRIME-HEFT „Tatort Nordwesten“ als Magazin in Geschäftsstellen und Shop erhältlich

Nicolas Reimer
Im Nordwesten
Podcast
Verlässt im Sommer den VfB: Marcel Appiah

NEUE FOLGE NORDWESTKURVE Warum der VfB Oldenburg seine Verjüngungskur vorantreibt

Lars Blancke Sarom Siebenhaar
Oldenburg
Haben das Demokratiefest am 11. Mai in Schortens aus Sicherheitsgründen abgesagt: die Veranstalter (von links) Detlef Kasig, Axel Homfeldt und Wolfgang Ottens.

SICHERHEITSGRÜNDE Veranstalter sagen Fest für Demokratie in Schortens ab

Jever
Da hofften sie noch auf ein buntes Familienfest (von links): die Initiatoren von „Rock durch die Mitte“ Detlef Kasig (SPD), Axel Homfeldt (CDU) und Wolfgang Ottens (Grüne).

DEMOKRATIE-FEST IN SCHORTENS ABGESAGT Initiatoren sehen Sicherheit am 11. Mai gefährdet

Jeversches Wochenblatt
Schortens