Cloppenburg - Fast 70 Prozent der 4400 Lampen in der Stadt Cloppenburg sind energetisch völlig ineffizient und/oder baufällig. Deshalb müssen sie mittelfristig ersetzt werden, erklärte Diplom-Ingenieur Bernd Langer von BEKS Energie-Effizienz am Donnerstagabend im städtischen Ausschuss für Bau und Verkehr. Die Bremer Firma war von der Stadtverwaltung beauftragt worden, ein Sanierungskonzept für die Straßenbeleuchtungsanlage zu erstellen.

Ab kommendem Jahr sind Laternen mit Leuchtstoff-Röhren nach der Ökodesign-Richtlinie nicht mehr zulässig, ab 2015 Quecksilberdampfleuchten verboten. Diese befinden sich vor allem in den Pilzleuchten, die sich hauptsächlich in – in den 60er und 70er Jahren errichteten – Wohnsiedlungen finden.

Zurzeit verursachen die auf 184 Straßenkilometer verteilten Laternen 207 528 Euro Energiekosten pro Jahr. Das entspricht rund 46 Euro pro Lichtpunkt, obwohl nachts nur jedes zweite Exemplar angeschaltet ist. 615 Tonnen CO 2 verursacht die städtische Lichtanlage jedes Jahr.

Cloppenburg verfügt über ein gut ausgebautes Lichtnetz – 140 Laternen pro 1000 Einwohner. Ersetzt werden können die abgängigen Leuchten durch LED-Leuchten, die zwar in der Anschaffung am teuersten sind, aber rund 60 000 Stunden wartungsfrei sein sollen. Außerdem haben sich diese mit 10,9 Jahren am schnellsten amortisiert. Erste Exemplare stehen am Prozessionsweg. Darüber hinaus gibt es als Alternative so genannte Cosmopolis-Lampen, die bereits am Bahnhof verbaut worden sind. Diese haben sich im Falle einer Umrüstung aber erst nach 13,3 Jahren amortisiert.

In einem ersten Schritt sollen rund 250 000 Euro in den Haushalt 2013 eingestellt werden, um jeweils 25 Prozent der Pilzleuchten und der Langfeld-Leuchten zu erneuern. Die Anlieger müssen sich finanziell beteiligen. Eschstraße und Sevelter Straße (bis zur AOK) sollen diesbezüglich noch 2012 saniert werden. Unterstützung erhofft sich die Stadt durch zinsgünstige KfW-Kredite beziehungsweise Zuschüsse vom Bundesumweltministerium.


Die Gesamtinvestition (Fünf-Jahres-Plan) zur Umrüstung auf LED-Leuchten beläuft sich auf 2,33 Millionen Euro. Das entspricht 976 Euro pro Lichtpunkt. Die Stromeinsparung liegt bei 60 Prozent, die CO 2 -Reduktion bei 370 Tonnen. Die Betriebskosteneinsparung beträgt 144 000 Euro €pro Jahr (60 Euro pro Lichtpunkt).

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland