Frankfurt - Smartphones, Küchen, Autos – Deutschlands Verbraucher kaufen häufiger auf Pump: Kreditbanken vergaben 2012 mehr Ratenkredite als ein Jahr zuvor, wie der Bankenfachverband am Dienstag in Frankfurt erklärte.

„Ohne Finanzierungen wären noch weniger Konsum- und Investitionsgüter abgesetzt worden“, bilanzierte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Gerd Schumeckers, ein von der Euro-Schuldenkrise geprägtes unsicheres Jahr. „Die Bandbreite reicht dabei vom Smartphone bis zum 40-Tonnen-Lkw.“

In Deutschland hatten die 60 Verbandsmitglieder Ende vergangenen Jahres insgesamt 139,2 Milliarden Euro an Verbraucher und Unternehmen verliehen. Damit erhöhte sich der Kreditbestand zum Vorjahr um 3,4 Prozent.

Im Neugeschäft gab es ein Plus von zwei Prozent: Die Institute gaben neue Kredite im Wert von 99,1 Milliarden Euro aus. Ein durchschnittlicher Barkredit lag bei 9700 (Vorjahr: 9400) Euro und hatte eine Laufzeit von 57 (55) Monaten.

„In Deutschland war die Entwicklung wesentlich besser als in unseren europäischen Nachbarländern“, erklärte Schumeckers, der auch Aufsichtsratschef der zur spanischen Banco Santander gehörenden Santander Consumer Bank (Mönchengladbach) ist. Dagegen bremsten hohe Arbeitslosigkeit und Konjunkturschwäche Verbraucher in Frankreich, Italien und Spanien.


In Deutschland komme nach Angaben von Verbrauchern jeder zweite finanzierte Warenkauf nur wegen eines entsprechenden Kreditangebots zustande, erklärte der Verband. Mehr als jeder zweite Ratenkredit in Deutschland stamme von einem der Spezialinstitute im Verband (also ohne Sparkassen, Genossenschaftsbanken usw).

Die Spezialinstitute hätten sich über Jahre als Kreditanbieter auch direkt an der Kasse („Point of Sale“) und im Internet einen Namen gemacht. Auch 2013 verspreche bei Konsumentenkrediten ein gutes Jahr zu werden – etwa weil viele Menschen in der Krise in die Renovierung der eigenen vier Wände investieren.