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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Sparen Und Altersvorsorge: NWZ-Telefonaktion zeigt riesigen Beratungsbedarf

07.07.2016

Oldenburg Die Zinsen, die es für das klassische Sparen per Spareinlage oder Festgeld noch gibt, sind minimal – und der Beratungsbedarf ist riesengroß. Das zeigte sich bei der Telefonaktion der NWZ -Wirtschaftsredaktion mit Nils Bröhl (Sparkassenverband Niedersachsen), Peter Klipp (Stiftung Warentest), Markus Merk (Bankenverband Niedersachsen) und Andrea Rublack (Verbraucherzentrale in Oldenburg). Mehr als 100 Leser kamen mit ihrer Frage „durch“. Für sie und alle anderen haben wir die am häufigsten gestellten Fragen und Antworten zusammengefasst.

Tenor der Experten nach zwei Stunden am Telefon: Generell muss man sich mehr mit dem Thema Geldanlage beschäftigen. Dafür sei in der Gesellschaft insgesamt auch mehr „finanzielle Allgemeinbildung“ nötig, sagen sie in Richtung Bildungspolitik. Denn die Niedrigzinsen zwingen dazu, neben klassischen Sparvarianten Neues in die Überlegungen einzubeziehen.

Wie viel sollte ich überhaupt sparen?

Das hängt von den jeweiligen Zielen ab. Über sie sollte man sich im Klaren sein. Dann ist die Frage, wie die Ziele – wie etwa: ein paar Hundert Euro extra zur späteren Rente – erreicht werden können. Je mehr Erträge man anpeilt, desto mehr muss man sparen beziehungsweise desto mehr Risiko muss man angesichts der allgemein extrem niedrigen Sparzinsen erwägen. Eine künftige Struktur der Anlagen sollte man dann mit Fachleuten besprechen.

Festgeld bringt nichts mehr. Oder doch?

Das wird schwer. Es gibt keine Zaubervariante für die kurzfristige Anlage. Da hat man eine Null vor dem Komma. Es gibt etwa bei Tagesgeld oder einjährigem Festgeld nur wenige Ausnahmen, so bei einigen Direktbanken, Spezialbanken wie der Volkswagen-Bank oder ausländischen Anbietern wie Klarna aus Schweden, wie eine Aufstellung von „Finanztest“ zeigt. Aber es ergibt sich immer ein gewisser Aufwand. Gefährlich können Angebote werden, die sich in fremden Währungen abspielen. Dann hat man am Ende unter Umständen weniger als vorher.

Und wenn man eigentlich mehr will?

Dann führt kein Weg an Beratung vorbei. Der Weg würde dann oft zu Wertpapieren, also etwa Anleihen oder Aktien führen. Da kommt man dann kaum drumherum. Man kann das dann unter Umständen für einen Teil der Ersparnisse erwägen, auf den man auf absehbare Zeit nicht angewiesen ist.

Ich hatte immer Bundeswertpapiere. Und nun?

Bundeswertpapiere wie Bundesanleihen bringen bei aktuellem Einstieg und Halten bis zur Endfälligkeit meist keine Rendite mehr. Eine Alternative kann unter Umständen im Rahmen eines sinnvollen Mixes der Anlagen sein, mit der Bank über Anleihen von soliden Unternehmen zu sprechen. Mit solchen Zinspapieren von Firmen lassen sich zuweilen noch 1,5 bis 2,5 Prozent erzielen. Aber es gibt natürlich immer das Risiko, dass Unternehmen in Schieflage geraten. Mehr Ertrag nur über mehr Risiko!

Sollte man sein Geld in Fonds anlegen?

Sie bedeuten mehr Chancen, aber auch mehr Risiken als das traditionelle Sparen. Wichtig ist immer eine Streuung der Risiken. Das spricht für offene Fonds oder die sogenannten ETFs als kostengünstige Alternative, die ja unter ihrem Dach viele Einzel-Anlagen ansammeln oder ganze Indizes wie den Dax abbilden. Aber die Aktien oder Anleihen in so einem Fonds haben auch Kursschwankungen, oder gar Kursstürze. Man muss sich überlegen: Kann ich solche Phasen mit Verlusten aushalten? Man sollte generell einen Horizont von zehn Jahren oder mehr haben, das gilt auch für Aktienkäufe.

Experten raten ab: Geld im Sparstrumpf BILD: Pleul

Rat bei Stiftung Warentest

Die Experten bei der Telefonaktion der NWZ-Wirtschaftsredaktion waren sich einig: Die Deutschen müssen sich künftig mehr mit den Themen rund um das Sparen und die Altersvorsorge beschäftigen. Denn es wird angesichts der immer längeren Nie­drigzinsphase immer anspruchsvoller, seine Ziele zu erreichen.

Orientierung findet man auf der Suche nach grundsätzlicher Information unter anderem bei der Stiftung Warentest. Sie hat einen Ratgeber aufgelegt, unter dem provozierenden Titel: „Geldanlage für Faule“. Auf rund 160 Seiten geht es um Zielsetzungen, einfache Produkte, steuerliche Aspekte und weiteren Service (ISBN 978-3-86851-322-6, 16,90 Euro). Bestellung im Internet unter

Nützliche aktuelle Infos bietet auch die Juni-Ausgabe der Zeitschrift „Test“. Ihr Aufmachertitel lautet: „So spart man heute“.

Information ist auch für junge Leute wichtig. Das betonten die vier Experten am NWZ -Telefon bei der Auswertung der Aktion. Denn in jungen Jahren werde der Grundstock für Ersparnisse gelegt. Hier seien auch die Älteren gefragt, Kinder heranzuführen und für Themen zu interessieren, die quasi über das gute alte Sparbuch hinausgehen.

    www.test.de

Bei mir wird eine Renten- bzw. Lebensversicherung fällig. Und nun ?

Das fragen sich viele Menschen, die um die 60 sind. Oft wurden die Verträge noch in Zeiten geschlossen, in denen die Versicherer weit höhere Zinsen als heute zusagten. Man könnte ausloten, ob die Police weitergeführt wird oder ob sie sogar noch weitere neue Einzahlungen zu den alten Konditionen zulässt.

Was ist mit Riesterverträgen?

Durch die staatliche Förderung ein wichtiger Mosaikstein für die Altersvorsorge. Bietet der Vertrag hohe Garantiezinsen, kann man erwägen, mehr einzuzahlen als nötig.

Wie viel Geld brauche ich eigentlich im Alter?

Ein Erfahrungswert besagt: etwa 70 Prozent des vorherigen Nettoverdienstes. Man besorgt sich also die eigene Rentenprognose und ermittelt die Differenz. Der Betrag daraus könnte dann der Zielwert für die Kapitalanlage sein. Bei allen Entscheidungen bedenken, dass man stets auch ausreichend liquide bleiben will! Und auch: Bei Kapitalerträgen, die über den persönlichen Sparerfreibetrag von 801 Euro hinausgehen, sind Steuern fällig.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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