Ganderkesee/Wildeshausen - Dicke Luft am Gymnasium Ganderkesee: Um die Frischluftzufuhr im Neubau zur Erweiterung der Schule hat es einige Diskussionen gegeben. „Das ist nicht zielführend, wenn die Schulleiterin an die Öffentlichkeit geht", monierte Helmut Hinrichs, SPD-Mitglied im Kreis-Schulausschuss, am Dienstagabend in der Sitzung im Wildeshauser Kreishaus das Vorgehen von Dr. Renate Richter.

Er könne sich nicht erinnern, dass sich die Kreisgremien mit so vielen Details beschäftigen mussten, so Hinrichs. „Das ist Sache der Verwaltung und der Schulleitung“, betonte er. Die scheinen ihre Hausaufgaben gemacht zu haben, denn am Ende wurde die Planung für 4,25 Millionen Euro mit Baustart in den Sommerferien einstimmig zur Kenntnis genommen.

Dreh- und Angelpunkt der Debatte war die Belüftung der neuen Räume. Planer Ludger Krone ging alle Varianten detailliert durch. Dabei setzt der Landkreis auf dezentrale Einzellüftungsgeräte in jedem Raum. Hier sei eine optimale Steuerung möglich, es gebe kaum Hygieneprobleme. Möglich wäre die Installation der Geräte in der Decke, alternative ein Schrank in einer Ecke. Die Variante im Flur, von der Schule favorisiert, schloss Krone aus Brandschutzgründen aus.

Der Ingenieur führte gegen eine zentrale Lösung viele Argumente ins Feld. Ein derartiges Gerät auf dem Dach wäre, schon mit Blick auf die Nachbarn, nicht genehmigungsfähig, im Keller zu teuer. Zugleich wären Leitungen und Wartung kostspieliger.

Bedingt durch die Kohlendioxidfühler wären künftig keine Fenster nötig, die man öffnen könne. „Aus psychologischen Gründen“ seien sie aber doch vorgesehen. Als Entgegenkommen werde die Zahl auf drei pro Unterrichtsraum und zwei pro Gruppenraum gegenüber der ersten Planung erhöht, erläuterte die Kreisverwaltung. Damit sei eine Lüftung im Sommer über Fensterflügel möglich.


Mit bis zu 90 Prozent Wärmerückgewinnung werde eine hohe Energieeffizienz erreicht. Auch der sommerliche Wärmeschutz sei ausreichend, so der Planer. 104 und 147 „Übertemperaturgradstunden“ seien in zwei Räumen berechnet worden, 126 im Treppenhaus. Erlaubt seien 500 Übertemperaturgradstunden. Auch bei der Akustik würden alle Werte eingehalten, so ein Gutachten.

Ulrich Suttka
Ulrich Suttka Kanalmanagement