Wildeshausen - Wie wird Frau die eigene Chefin? Immer mehr Frauen interessieren sich für eine Selbstständigkeit. In welchen Branchen es Chancen gibt? Was man beachten muss? Und wie der Start in die Selbstständigkeit funktioniert, darüber informierten Expertinnen aus dem Landkreis Oldenburg beim Beratungsspezial zum Thema „Gründen in der Tagespflege“ im Kreishaus in Wildeshausen am Montagabend.
In Niedersachsen scheint die Zahl der Existenzgründungen – einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa zufolge – anzusteigen (NWZ berichtete). „Dieser Trend ist auch im Bereich Tagespflege im Landkreis Oldenburg deutlich spürbar“, sagt Claudia Körner-Reuter, Leiterin der Existenzgründungsagentur für Frauen (EFA).
Beraten wurden die Gründerinnen von Gerti Essing und Iris de Bruyn-Jahn vom Kinder- und Familienservicebüro, Vera Vollmer vom Seniorenservicebüro aktiva, Heike Arnecke von der Seniorita Tagespflege & Betreuung GmbH, Judith Ahrend, Fachanwältin für Sozialrecht, und Annette Bovensiepen von EFA in puncto Businessplan, Versicherungen und rechtliche Rahmenbedingungen.
Für eine lange Zeit schienen „Selbstständigkeit“ und „Soziale Arbeit“ gesellschaftspolitisch nicht vereinbar zu sein, sagt Körner-Reuter. Das habe sich in den vergangenen Jahren geändert. Denn mittlerweile seien viele Frauen in der Tagespflege tätig, Tendenz steigend. „Da gibt es Zukunftschancen“, ergänzt Körner-Reuter. Der Bereich Tagespflege umfasst neben der Kinder- und Jugendhilfe die Betreuung von Senioren und Behinderten sowie die Kurzzeitpflege.
In der Kinder- und Jugendhilfe gebe es beispielsweise noch Potenzial. So haben Kinder unter drei Jahren seit August einen Rechtsanspruch auf einen Platz in Kindertagseinrichtungen oder -pflege. „Zur Zeit erfüllen wir den Rechtsanspruch“, sagt Essing. Im Landkreis Oldenburg gebe es derzeit 135 Tagespflegepersonen. Ein Ausbau sei auch in den kommenden Jahren zu erwarten, so Essing.
