Oldenburg - Um die Attraktivität der Innenstadt noch weiter zu erhöhen, soll es in Kürze öffentlich zugängliche, kostenfreie WLAN-Angebote geben. Ein einjähriges Modellprojekt wird die Stadt auf einhellige Empfehlung des Wirtschaftsförder-Ausschusses nun starten. Vertragspartner ist nach NWZ -Informationen die EWE TEL. Dringlich gemacht hatte das Thema der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Richard Schwartz schon im März 2015.

Mit kostenfreien WLAN-Zugängen versorgt werden sollen demnach die Flächen um das Alte Rathaus, Teile des Schlossplatzes, Flächen vor dem PFL, am und um den Lappan und vor dem Pferdemarkt. Hinzu kommen Sitzungssäle im Rathaus, im PFL, in der Stadtbibliothek und wohl auch im Foyer des Bürgerbüros Mitte am Pferdemarkt 14.

Zu den Kriterien für die Vergabe gehörten die Befreiung der Stadt von der sogenannten „Störerhaftung“, Jugendschutzfilter (Blacklist mit gesperrten Internetseiten) sowie Leistungs- und Aufbaugarantien für ein „verlässliches, leistungsfähiges WLAN-Angebot“.

Ein freier WLAN-Empfang „gehört zu einer modernen, attraktiven Stadt einfach dazu“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Der Beschluss sei „der erste Schritt“. Es sei aber „nicht unser Ziel, öffentliches WLAN bis in die letzte Verästelung bereitzustellen“. Der Vorstoß von Hans-Richard Schwartz, auch die VWG-Busse mit freiem Empfang auszustatten, wurde zunächst noch nicht aufgenommen.

Das Modell wurde von allen Parteien ausdrücklich begrüßt. Es sei in diesem Zuschnitt jedoch nur ein Anfang. Holger Grond (CDU): „Es ist ein erster Aufschlag. Das muss weiter ausgebaut werden.“


Deutlich wurde aber auch, dass eine direkte Zusammenarbeit mit dem Verein Freifunk Nordwest nicht geplant ist. In dem Verein engagieren sich Oldenburger seit Jahren ehrenamtlich und nicht-kommerziell für den Ausbau des WLAN-Netzes. Sie haben bereits zahlreiche Stationen errichtet. Einige Kriterien der Stadt wie Jugendschutzfilter und Gewährleistung können sie aber nicht zusagen.

Das Freifunk-Netzwerk könne das Vorhaben der Verwaltung nicht ersetzen, jedoch „lückenfüllend ergänzen“, heißt es bei der Stadt. Das bürgerschaftliche Engagement müsse aber gewürdigt werden. So will die Stadt die Router-Anschaffung von Freifunk (200 Stück à 60 Euro) mit 5000 Euro bezuschussen (etwa 80 Router). Die Stadt will allerdings nicht, dass Freifunk öffentliche Gebäude nutzt. Sie will das mit der EWE TEL „alleine machen“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Gegenüber der NWZ  sagte Simon Kurka von Freifunk auf Anfrage, der Plan sei deutlich „besser als nichts“, es sei aber schade, dass die Stadt nicht stärker kooperiere und städtische Gebäude für Freifunk sperre. Ohnehin zeichneten sich möglicherweise Konflikte ab, da Freifunk Bereiche wie den Lappan im Einvernehmen mit dem Eigentümer längst im eigenen WLAN-Netzwerk anbietet.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg