Berlin/Oldenburg - Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Bildungspaketes für bedürftige Kinder wächst die Nachfrage. „Die Nutzung der Bildungshilfen ist inzwischen deutlich besser geworden“, sagte ein Sprecher des Arbeitsministeriums am Dienstag. Gleichwohl gebe es von Kommune zu Kommune immer noch große Unterschiede. Der NDR hatte gemeldet, dass insgesamt im vergangenen Jahr rund 40 Prozent des Geldes aus dem Bildungs- und Teilhabepaket ungenutzt geblieben seien. Das Ministerium wollte dies zunächst nicht bestätigen.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hatte vergangene Woche auf eigene Schätzungen verwiesen, nach denen inzwischen etwa 60 bis 70 Prozent der anspruchsberechtigten Eltern die Leistungen für ihre Kinder nutzen.
Von den Bildungshilfen können rund 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche profitieren, deren Eltern wegen Arbeitslosigkeit oder geringem Einkommen Hartz-IV, Wohngeld oder den Kinderzuschlag erhalten. Je nach Bedarf werden Zuschüsse zum Mittagessen, Klassenfahrten aber auch für Sport- und Freizeitaktivitäten gezahlt.
Die Fördermittel werden allerdings von den Kommunen sehr unterschiedlich genutzt. So wurde etwa im Landkreis Oldenburg nur 56 Prozent des zur Verfügung stehenden Geldes abgerufen, im Kreis Wesermarsch dagegen 98 Prozent. Nicht genutzte Mittel will das Arbeitsministerium von den Kommunen zurückfordern.
