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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Mehr junge Leute in die Betriebe holen

10.09.2014
Frage: Frau Hallmann-Rosenfeldt, wie sieht es in diesem Jahr am Ausbildungsmarkt im Agrarsektor aus?
Hallmann-Rosenfeldt: Gut. Wie es es aussieht, kann das hohe Niveau bei den Ausbildungsverträgen insgesamt gehalten werden, es gibt keine Einbrüche. Im Detail ist es bei den 12 Ausbildungsberufen, für die die Landwirtschaftskammer zuständig ist, natürlich unterschiedlich.
Frage: Wo ist es zum Beispiel erfreulich gut?
Hallmann-Rosenfeldt: Etwa bei den Landwirten. Das Interesse an dem Beruf ist konstant gut. Das hat viele Gründe. So sind in den vergangenen Jahren etwa auch die ökologischen Aspekte dieses Berufes für junge Leute immer interessanter geworden. Sehr lebhaft ist die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen auch zum Beispiel bei den Fachkräften für Agrarservice. Da hat man ständig mit hochtechnisierten Geräten zu tun. Das reizt viele junge Leute.
Frage: Wo könnte das Interesse besser sein?
Hallmann-Rosenfeldt: Spürbar ist ein leichter Rückgang im Gartenbau. Dabei gibt es in der Region – nehmen wir nur die Baumschulen und alles drumherum – so tolle Entwicklungsmöglichkeiten. Die Branche unternimmt auch einiges, um junge Leute für sich zu gewinnen, wie etwa einheitliche Qualitätskriterien in der Ausbildung oder besonders umfangreiche Berufsinformationen im Internet.
Frage: Sind Betriebe im Agrarsektor auch bereit, Jugendliche mit Problemen beziehungsweise Behinderungen aufzunehmen?
Hallmann-Rosenfeldt: Ja, das gibt es erfreulich häufig. Wichtig ist: Solche Betriebe sind nicht nur grundsätzlich bereit, den betreffenden Jugendlichen mehr Aufmerksamkeit zu widmen und sie zusätzlich zu fördern; Mitarbeiter erwerben dann auch entsprechende Zusatzqualifikationen, etwa in der Sonderpädagogik. Und es gibt entsprechende Abschlüsse.

Mit dem Preis für Innovative Ausbildung (PIA) würdigt die NWZ  Unternehmen aus dem Oldenburger Land, die in der Ausbildung mehr tun als das Übliche. Im Mittelpunkt steht das konkrete Projekt, nicht das große Konzept. Über alle Einsendungen wird berichtet. Bewerbungen bis 29. September per Mail an: pia@nordwest-zeitung.de

  Info:

  Info:www.nwzonline.de/pia

Frage: Ein Beispiel...
Hallmann-Rosenfeldt: ... ist der Bereich Hauswirtschaft mit der Ausbildung „Fachpraktiker/in Hauswirtschaft“. Oder in der Landwirtschaft „Werker/in“. Übrigens läuft bei uns als Kammer auch ein Projekt zur Inklusion in der Berufsausbildung, mit entsprechenden Weiterbildungen bis hin zum Prüfungsausschuss.
Frage: In der Öffentlichkeit stehen oft kaufmännische oder Handwerksberufe mit Mittelpunkt. Wissen junge Leute genug über die Berufe im Agrarbereich?
Hallmann-Rosenfeldt: Da ist ein Gefälle zwischen Land und Stadt erkennbar. In ländlichen Regionen sind die Berufe bekannter. Generell ist auf dem Gebiet der Berufsorientierung aber noch viel zu tun.
Frage: Wie könnte das gehen?
Hallmann-Rosenfeldt: Mit mehr Öffentlichkeitsarbeit, also etwa kleinen Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler auf den Betrieben, noch mehr kurzen Praktika zum Schnuppern und ähnlichem. Mancher Betrieb könnte sich für den Nachwuchs auch noch besser darstellen, idealerweise unter Einbeziehung seiner schon vorhandenen Auszubildenden, die ihre Arbeit vorstellen. Eine neu geschaffenen Möglichkeit ist das Portal www.talente-gesucht.de Da kann man quasi Steckbriefe einstellen. Sofern gerade eine besonders interessante Idee umgesetzt wird, kann man sich beim Preis für Innovative Ausbildung der NWZ bewerben. Über alle Bewerbungen wird berichtet.
Frage: Was können Betriebe angesichts des kleiner werdenden Potenzials an Nachwuchskräften tun, um ihre Attraktivität zu steigern?
Hallmann-Rosenfeldt: Viele sind schon attraktiv, das spiegeln ja die Ausbildungszahlen! Wichtig ist aber generell, jungen Leuten Perspektiven aufzuzeigen – im Betrieb, aber auch darüber hinaus, etwa mit den Meister, Betriebswirt oder einem Uni-Studium. Es gibt aber viele weitere Argumente, die noch stärker herausgestellt werden könnten. Dazu zählt etwa der Umgang mit Tieren oder Pflanzen. So etwas mögen junge Leute. Oder: Kaum ein Tag in den Betrieben ist wie der andere, schon aus Witterungsgründen. Das bedeutet Abwechslung und jeden Tage neue Herausforderungen.
Frage: Was erwarten Jugendliche sonst noch vor allem von ihrer Berufsausbildung?
Hallmann-Rosenfeldt: Obenan steht die Erwartung – bei Jugendlichen und auch bei den Eltern – dass die Ausbildung gut und ordentlich strukturiert ist. Zudem wollen Jugendliche spüren, dass sie willkommen sind, dass sich jemand kümmert. Sie wollen auch entscheiden dürfen und Spaß haben. Ausbilder sollten deshalb nicht nur fachlich fähig sein. Immer wichtiger werden pädagogische Kenntnisse.
Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040

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