Hannover/Oldenburg/Berlin - Der Druck am Arbeitsplatz lässt nicht nach: Fast jeder Fünfte fühlt sich überfordert, 43 Prozent der Berufstätigen in Deutschland klagen über wachsenden Stress. Das geht aus dem „Stressreport Deutschland 2012“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hervor, der am Dienstag in Berlin vorgelegt wurde. Nette Kollegen und ein gutes Betriebsklima helfen aber, große Belastungen zu bewältigen.
Für die Studie wurden bundesweit fast 18 000 Arbeitnehmer zu psychischen Anforderungen, Belastungen und Stressfolgen ihres Arbeitsalltags befragt.
Von einer deutlichen Zunahme dieser Erkrankungen spricht auch Jan-Gerd Indorf von der Regionaldirektion Oldenburg der AOK: „Wir haben festgestellt, dass in Niedersachsen die Arbeitsunfähigkeitstage bei Beschäftigten mit Burn-out oder Depressionen deutlich ansteigen – allein zwischen 2004 und 2011 um 40 Prozent. Und dabei dauern die Arbeitsunfähigkeitszeiten doppelt so lange: 22 und ein halber Tag bei psychischen Erkrankungen im Vergleich zu elf Tagen bei anderen Erkrankungen“, so Indorf.
„Die Ursachen für psychische Erkrankungen sind vielfältig und lassen sich nicht zwangsläufig nur auf den Arbeitsalltag zurückführen. Richtig ist es, dass wir offen darüber sprechen, um das Thema zu enttabuisieren“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN), Volker Müller, der NWZ. Viele Unternehmen förderten bereits die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter. „Neben dem Engagement der Arbeitgeber muss aber auch das private Umfeld sensibilisiert und die nicht ausreichende medizinische Versorgung gelöst werden“, sagte Müller.
