Jever - Das Jobcenter Friesland hat seine Ziele für 2015 festgelegt. Das Jobcenter betreut derzeit rund 4100 Arbeitslosengeld-II-Bezieher im Landkreis. Für das kommende Jahr will das Jobcenter mehr Langarbeitslosen eine Arbeitsstelle vermitteln und den Landzeitleistungsbezug verringern.
Dafür sollen Leistungsbezieher in Maßnahmen qualifiziert werden. Das berichtete Carmen Giss, Leiterin des Jobcenters Friesland, jetzt im Jobcenter-Ausschuss des Kreistags.
Im Fokus der Vermittlungsarbeit sollen auch 2015 junge Erwachsene ohne Berufsabschluss und Alleinerziehende stehen. Denn mehr als die Hälfe der Leistungsbezieher hat keinen Berufsabschluss. Insbesondere für die jungen Erwachsenen führe dies langfristig zu einer Verfestigung der Arbeitslosigkeit, sagte die Leiterin des Jobcenters Carmen Giss. Zudem müsse sich die Integrationsarbeit verstärkt an Frauen richten, denn knapp 93 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen.
Zusammenarbeit geplant
Insgesamt seien aber keine großen Neuerungen geplant: „Wir haben uns an den Umsetzungen in der Vergangenheit orientiert, da diese erfolgreich waren“, sagte Giss. Allerdings sollen Behinderte intensiver unterstützt werden. Hier plant das Jobcenter eine Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Wilhelmshaven-Oldenburg, dem Jobcenter Wilhelmshaven sowie mit der Gemeinnützigen Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit Wilhelmshaven (GPS).
Von den derzeit vom Jobcenter betreuten erwerbsfähigen Leistungsbeziehern können mehr als die Hälfte allerdings auch in den kommenden zwölf Monaten wahrscheinlich keinen Job bekommen, sagte Giss. Das Jobcenter geht derzeit davon aus, dass nur 13,6 Prozent der Leistungsbezieher im kommenden Jahr in den Arbeitsmarkt vermittelt werden können.
Mehr als 60 Prozent der Leistungsbezieher sind Langzeitarbeitslose. Seit Oktober 2013 hat das Jobcenter ihren Bestand um 3,5 Prozent verringert. Im Oktober 2013 waren 2678 Personen in Friesland langzeitarbeitslos, im Oktober 2014 waren es noch 2585 Personen.
Senkung um 0,5 Prozent
Für 2015 rechnet Jobcenter-Leiterin Carmen Giss mit einer weiteren Senkung des Bestands der Langzeitarbeitslosen um etwa 0,5 Prozent. Das würde eine Reduzierung von 2650 auf 2637 Personen bedeuten.
Im Haushalt 2015 hat das Jobcenter ein Gesamtvolumen von gut 41 Millionen Euro eingeplant, das sind gut 1,5 Millionen Euro mehr als 2014. Die Mehrausgaben sind laut Giss vor allem auf die Regelsatzerhöhung zurückzuführen, die am 1. Januar in Kraft tritt. Der Ausschuss stimmte Zielsetzung und Programm 2015 zu.
