Warum benötigt Edewecht einen Bürgerbus?

Barth Die Gemeinde gliedert sich in viele kleine Ortschaften, die nicht an den Öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen sind. Diese Ortsteile sollen erschlossen werden.

Ab wann sollen die Linienbusfahrten des Edewechter Bürgerbusses stattfinden?

BarthDie Liniengenehmigung ist inzwischen erteilt worden. Wir schulen nun die Fahrer und beantragen deren Personenbeförderungsscheine, dann geht’s los.

Warum werden nur die Ortschaften Edewecht, Jeddeloh I, Jeddeloh II, Husbäke, Klein Scharrel und Portsloge angefahren? Warum gibt es keine Bürgerbusverbindungen nach Kleefeld und Friedrichsfehn oder nach Osterscheps, Westerscheps und Wittenriede?

BarthLeider sind die Kapazitäten durch Fahrer und Fahrzeug schnell erschöpft. Wir haben daher die Ortsteile von Edewecht an das Gemeindezentrum angebunden, die bislang keinen Öffentlichen Personennahverkehr haben. Schauen Sie, von Kleefeld nach Friedrichsfehn gibt es zum Beispiel hervorragende Verbindungen nach Edewecht.

Am Steuer von Bürgerbussen sitzen ausschließlich ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer. Wie viele Interessenten haben Sie für diese Tätigkeit und wie begeistern Sie Bürger dafür, eine solche ehrenamtliche Aufgabe zu übernehmen?

BarthAktuell sind es etwa zehn konkrete Interessenten. Ich bin überzeugt, dass es ein sehr interessantes Ehrenamt ist. Man kommt schnell mit seinen Fahrgästen ins Gespräch und leistet einen echten Mehrwert für die Bevölkerung.

Gibt es noch weitere Aufgaben im neuen Edewechter Bürger-Bus-Verein, für die Sie noch Mitstreiter suchen?

BarthDer Verein braucht in allen Bereichen ehrenamtliche Helfer. Es müssen z.B. der Dienstplan der Fahrer ausgearbeitet und die Kasse geführt werden. Jede Hilfe ist willkommen.

Kritiker behaupten, dass Bürgerbusse oft ohne Fahrgäste im Einsatz sind. Wissen Sie, welche Erfahrungswerte Ihre Kollegen in Westerstede, Rastede und Bad Zwischenahn haben, wo bereits Bürgerbusse im Einsatz sind?

BarthEin Bürgerbus ist immer nur dann interessant, wenn der normale Öffentliche Personennahverkehr nicht lukrativ oder zu teuer ist. Sicherlich wird es Fahrten mit geringem Fahrgastaufkommen geben. Insbesondere Westerstede hat bewiesen, dass es auch anders herum sein kann. Dort wurden Fahrten bereits an den Regionalbusverkehr abgegeben.

Werden Sie persönlich am Steuer des Edewechter Bürgerbusses sitzen, wenn dieser seine erste Fahrt unternimmt?

BarthAls Inhaber des „Großen Busführerscheins“ und Interessierter des Öffentlichen Personennahverkehrs werde ich es mir selbstverständlich nicht nehmen lassen, die erste Runde selber zu drehen.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede